Berg am Laim Fit zum Sport

Der ESV München Ost will in seinem Zentrum an der Hermann-Weinhauser-Straße mit nur 19 Parkplätzen auskommen

Von Renate Winkler-Schlang, Berg am Laim

Der Eisenbahnsportverein ESV München Ost hat nach langem Tüfteln und Abspecken hochfliegender Träume und Wünsche nun die Pläne für seine neue Sportanlage mit Dreifachturnhalle, Gymnastikraum, Schießanlage und Kraftsportraum bei der Lokalbaukommission eingereicht. Josef Koch, der Vizepräsident und Baubeauftragte des Sportvereins, stellte diese Pläne für den neuen Standort am Ende der neuen Hermann-Weinhauser-Straße im Baugebiet Baumkirchen Mitte nun auch dem Berg am Laimer Bezirksausschuss vor.

Dort freut man sich für den Verein und seine Sportler, dass es nun ernst wird. Die CSU jedoch zweifelte an, dass die vorgesehenen 19 Parkplätze dort an der Schnittstelle des Baugebietes mit seinen hohen Wohnhäusern und des immer dichter bebauten Gewerbegebietes Neumarkter Straße ausreichen werden. Freilich, so versicherten die Christsozialen auf Intervention der SPD, will man dem Verein keine Steine in den Weg legen und auf keinen Fall riskieren, dass sich das Projekt weiter verzögert. Es sei die Stadt in der Pflicht, im Umfeld Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Koch erklärte dazu, die Stadt habe in Vorberatungen signalisiert, dass die 19 Stellplätze ausreichend seien, denn der Standort sei mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erschlossen. Die Karte mit den Wohnorten der ESV-Mitglieder zeige obendrein, dass die meisten in Fuß- oder Radentfernung wohnten. Der Verein habe zwar rund 2500 Mitglieder, doch wer hier Sport mache, parke für maximal zwei Stunden. Auf eine Gaststätte, die eine längere Aufenthaltsdauer wahrscheinlich gemacht hätte, habe der Verein verzichtet - nicht zuletzt wegen der Parkplatzfrage. So spare der Verein das Geld für eine teure Tiefgarage.

Da der ESV baut, wo Aldi auszieht, hatte man ursprünglich gehofft, die alte Supermarkt-Tiefgarage nutzen zu können, doch das habe sich als unrealistisch erwiesen. Leider, so Koch weiter, beharre auch die Untere Naturschutzbehörde auf einem Grünstreifen, sodass derzeit sogar fraglich sei, wo Fahrräder mit großen Kinder-Anhängern stehen können. Mehr als die 19 vorgesehenen Parkplätze werde man auf dem Grundstück gar nicht unterbringen. Er habe auch bemerkt, wie sehr sich die Parkplatzsituation im Gewerbegebiet, von dem aus es auch eine Zufahrt zum ESV geben werde, derzeit zuspitzt - nicht zuletzt aufgrund vieler dort abgestellter Firmenlaster von anderswo, so Koch weiter. Daher bemühe sich der ESV, für seine Mitarbeiter und Trainer in der Umgebung zusätzliche Parkplätze anzumieten, damit die 19 bei der Sporthalle in vollem Umfang den Mitgliedern zur Verfügung stehen.

Im Bezirksausschuss herrschte Unklarheit darüber, ob die noch nicht fertig hergestellte Hermann-Weinhauser-Straße beidseits Parkbuchten haben werde. Das, so die einhellige Meinung, könnte die Situation dann vielleicht doch ein wenig entspannen. Auf jeden Fall aber zeige auch diese Diskussion wieder, wie dringend nötig das schon oft vom Bezirksausschuss angemahnte Verkehrskonzept für das Gewerbegebiet Neumarkter Straße und dessen Umgriff sei.