Berg am Laim:Durch die Hintertür

Grüne fachen Diskussion um Tempo 30 erneut an und setzen sich knapp durch

Kurz vor der Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße weist ein Schild darauf hin, dass an dieser Stelle eigentlich Tempo 30 gilt. Es handelt sich dort nicht um ein kleines Gässchen, sondern um die vierspurige Bundesstraße 304, auf der Autofahrer streckenweise den Fuß vom Gas nehmen müssen. Die Berg-am-Laim-Straße ist eins von vielen Beispielen im Stadtgebiet, wo punktuell von der innerörtlichen Regelgeschwindigkeit abgewichen wird. Die Grünen fordern nun, dass in Berg am Laim bis auf wenige Ausnahmen komplett Tempo 30 herrscht.

Es ist ein Vorstoß, der zu Beginn des Jahres bereits im Stadtrat für heftige Diskussionen sorgte, als eine stadtweite Geschwindigkeitsreduzierung im Raum stand. Schlussendlich wurde der Vorschlag verworfen - zumindest auf höherer politischer Ebene. In den Stadtbezirken kommt das Thema alle paar Monate wieder auf den Tisch. Nach Hadern, Neuhausen-Nymphenburg, Au-Haidhausen, Ramersdorf-Perlach und der Schwanthalerhöhe sind nun die Berg am Laimer dran gewesen.

Im Antragstext hatte die Fraktion der Grünen 18 Straßen im Bezirk aufgelistet, die in "die sie umgebenden Tempo-30-Zonen" aufgenommen werden sollen, um so den "Flickenteppich unterschiedlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen" aufzulösen, den Verkehr sicherer zu machen, Lärm zu reduzieren und allgemein das Klima zu verbessern. "Es geht nicht darum, Autos auszubremsen", sagte Alexandra Nürnberger (Grüne), während sie das Konzept im Bezirksausschuss (BA) vorstellte. Demnach seien die großen Bundesstraßen sowie die Bad-Schachener- und die Heinrich-Wieland-Straße, der Schatzbogen und die Rosenheimer Straße vom Tempo-30-Vorschlag ausgenommen.

Das ließ CSU-Mann Fabian Ewald nicht unkommentiert: "Es ist ein durchsichtiger Versuch, hier eine Regelgeschwindigkeit einzuführen", sagte er. BA-Vorsitzender Alexander Friedrich (SPD) fügte hinzu, dass es keine gesetzliche Grundlage für solch eine Regelung gebe. Sogar die ÖDP lehnte das Vorhaben mit Verweis auf die Folgen für den ÖPNV ab. Mit elf zu zehn Gegenstimmen wurde der Grünen-Antrag denkbar knapp angenommen.

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