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Berg am Laim:Beschwerliche Umwege

Lokalpolitiker beharren auf Aufzug für die U-Bahnstation Michaelibad

Von Julian Raff, Berg am Laim

Mit den Rampen am östlichen Zugang gilt die U-Bahnstation Michaelibad offiziell als barrierefrei. Tatsächlich bleibt der Weg für mobilitätsbeschränkte Fahrgäste aber mühsam und lang. Der Bezirksausschuss (BA 14) und seine Behindertenbeauftragte Constanze Kobell (Grüne) fordern daher weiterhin einen Aufzug an der Nordseite des Ostausgangs, trotz abschlägiger Antwort aus der Stadtverwaltung. Wie Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner dem BA auf dessen erneuten Antrag vom Januar antwortete, könne ein Lift weder aus Bundes- noch aus Landesmitteln gefördert werden, da die Rampen "auch nach erneuter Überprüfung" den Vorgaben entsprechen. Anders sieht dies der BA auch deshalb, da die südlich der Heinrich-Wieland-Straße gelegene Rampenanlage den Anwohnern einen langen Umweg zumutet. Der Weg zu den behindertengerechten Wohnungen am Südosteck der Maikäfersiedlung führt zum Beispiel über zwei Ampeln mit langer Schaltphase und eine Strecke von 300 Metern - den unterirdische Umweg und die Serpentinen der Rampe noch gar nicht eingerechnet. Für die Forderung spricht aus BA-Sicht auch, dass außer der hiesigen nur noch drei weitere Münchner U-Bahnstationen keinen Aufzug haben, nämlich Karl-Preis-Platz, Therese-Giehse-Allee und Obersendling. Man werde also die Stadtverwaltung "weiter nerven", so der neue BA-Vorsitzende Alexander Friedrich (SPD). Im Stadtrat hakt die CSU unterdessen mit einer Anfrage zu allen vier aufzugfreien Stationen nach. Zu klären sei unter anderem, welche Nachrüstungen technisch machbar seien - und notfalls auch ohne Bundeszuschüsse finanzierbar. Zur Barrierefreiheit gehören für die CSU auch taktile Leitsysteme für sehbehinderte Menschen.

© SZ vom 06.06.2020

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