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Beliebte Stadtviertel in München:Lieber Stadtwohnung als Haus und Garten

Diese Wohnpräferenzen hätten sogar eine "nachhaltige Wirkung", sagt Stefan Brauckmann von der Forschungsabteilung der GBI. Man bleibe gerne in seinem ausgewählten Stadtteil wohnen, auch wenn man eine Familie gründe und älter werde: "Statt Haus mit Garten ist für diese Gruppe eher die gut angebundene Stadtwohnung im Fokus."

Die attraktivsten Stadtviertel

In der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt mit dem Glockenbachviertel wohnen laut Studie 4667, also 3,9 Prozent, der 20- bis 25-Jährigen in München. Ihr Anteil sei mit 9,4 Prozent etwa einen Prozentpunkt höher als im Stadtdurchschnitt. Die Mieten lägen mit 14,40 Euro für den Quadratmeter oberhalb des Münchner Durchschnitts. Dies zeige sich auch in den Preisen für ein WG-Zimmer. Diese bewegten sich zwischen 520 und 560 Euro.

Die beliebtesten Lagen seien an der Theresienwiese in Richtung Klinikviertel. Die Gegend sei nicht nur für Studierende der Medizin interessant, sondern zum Beispiel auch für Auszubildende in medizinischen Berufen, sowie für junge Berufseinsteiger in den umliegenden Bürobauten.

Für die Maxvorstadt, also das Universitätsviertel, gibt die Studie 6716 Personen zwischen 20 und 25 Jahren an. Dies seien 5,6 Prozent der in dieser Altersgruppe in München Lebenden. Gegenüber der Verteilung der Gesamtbevölkerung, wonach nur 3,5 Prozent der Münchner in der Maxvorstadt wohnten, mache dies einen Unterschied von 2,1 Prozentpunkten aus. Entsprechend sei auch der Anteil der jungen Bevölkerung mit 13,2 Prozent so hoch wie in keinem anderen Stadtbezirk. Die Preise für ein WG-Zimmer werden mit 500 bis 550 Euro angegeben.

In Schwabing-West, mit den beliebtesten Lagen in der Gegend um den Josephsplatz und rund um den Hohenzollernplatz, wohnen laut Untersuchung 4,5 Prozent der Münchner Bevölkerung, davon seien 9,5 Prozent oder 6170 Personen zwischen 20 und 25 Jahren alt. Die Mieten lägen mit 15,20 Euro für den Quadratmeter deutlich über dem Durchschnitt und dürften daher für junge Leute ein Hinderungsgrund sein, hierher zu ziehen. Überraschenderweise seien die Angebote für ein WG-Zimmer mit 510 bis 530 Euro für Münchner Verhältnisse vergleichsweise günstig.

München wächst jedes Jahr um 30 000 Menschen

Der Trend in die Metropolen nehme aktuell eine besondere Dynamik an, sagt Stefan Brauckmann. München gewinne jedes Jahr mehr als 30 000 Einwohner dazu, verdanke dieses Plus aber fast vollständig - und zwar zu 84 Prozent - der jungen Bevölkerungsgruppe.

GBI-Vorstand Reiner Nittka fordert, dass die Städte durch Neubauten, Modernisierungen oder Umwidmungen von Flächen mehr passenden Wohnraum schaffen. Bisher sei in den Metropolen nur jede 20. neu gebaute Wohnung ein Ein-Zimmer-Appartement. Neue Bauprojekte auf der grünen Wiese seien außerdem wenig sinnvoll: "Die jungen Menschen wollen einfach in die angesagten Quartiere im Zentrum."

© SZ vom 22.07.2014
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