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Belastungsprobe im Münchner Norden II:Leistungsfähig auch in Zukunft

Kreuzung Heidemannstraße/Lilienthalallee. Ausbaumaßnahmen, weil die Abbiegespuren von der Heidemannstraße in die Lilienthallee  nicht mehr ausreichen.

An der Kapazitätsgrenze? Im Gegensatz zum Planungsreferat sehen die Politiker in Freimann die Heidemannstraße auf einen Kollaps zusteuern.

(Foto: Florian Peljak)

Die Stadt plant den Ausbau der Heidemannstraße zur Mitte des nächsten Jahrzehnts - inklusive Fahrradwege

Der Stadtteil Freimann steht in den kommenden Jahren vor einem Wachstumsschub. Nicht nur wird auf dem ehemaligen Militärgebiet der Bayernkaserne ein voluminöses Wohnquartier emporwachsen; auch der Industriestandort Münchner Norden wächst weiter, vor allem werkelt der Autokonzern BMW an der Entfaltung seiner Niederlassungen. All diese neuen Bewohner und Arbeitskräfte werden auch den Verkehr anschwellen lassen. Wobei die Freimanner mit Sorge auf die ohnehin schon viel befahrene Ost-West-Achse der Heidemannstraße blicken, die künftig zur noch höher frequentierten Hauptschlagader werden wird. Brausen derzeit noch 17 000 Fahrzeuge pro Tag dort über den Asphalt, werden es nach städtischer Prognose in elf Jahren 25 000 sein - ohne das Baugebiet Bayernkaserne wären es täglich 4000 weniger.

Dennoch wird dem städtischen Planungsreferat angesichts dieser Zahlen nicht bang, dass die Heidemannstraße und deren Umfeld damit womöglich an ihre Kapazitätsgrenze kommen. Das geht aus einer Antwort der Behörde auf eine Anfrage der CSU-Stadtratsfraktion hervor. "Die Knotenpunkte innerhalb des Quartiers sowie an den Anschlusspunkten an das bestehende Straßennetz werden so geplant, dass sie den Verkehr leistungsfähig abwickeln können", teilt Stadtbaurätin Elisabeth Merk in dem Papier mit. Überdies seien einige Maßnahmen identifiziert worden, "welche die Leistungsfähigkeit der Heidemannstraße sicherstellen sollen".

In der Konsequenz heißt das: Die Heidemannstraße wird durchgehend, inklusive der Fahrradwege, ausgebaut. Langfristig soll eine U-Bahn-Spange (U 26) zwischen den Haltestellen Am Hart und Kieferngarten für Entlastung auf der Straße sorgen. Vorerst übernimmt das eine neue Expressbuslinie auf dem gleichen Korridor, und damit die Busse nicht im Verkehr stecken bleiben, soll die Heidemannstraße eine eigene Busspur erhalten. Nötig dürfte das schon deshalb werden, um den bis zu 3900 Schülern, welche die Schulen im Bayernkasernen-Quartier besuchen werden, eine adäquate Anbindung zu ermöglichen - zusätzlich zur Tramlinie 23, die bis zum Bahnhof Kieferngarten verlaufen soll. Und auch an täglichen anreisenden Firmenmitarbeitern herrscht kein Mangel: 18 000 Erwerbstätige sind es nach Behördenschätzung momentan im Einzugsbereich der Heidemannstraße; bis zum Jahr 2030 sollen bis zu 4000 hinzukommen. "Die Zeitpläne sehen derzeit vor, dass der Ausbau der Heidemannstraße etwa Mitte der 2020er Jahre erfolgen kann", kündigt Merk in der Mitteilung an.