Bayreuther Festspiele ohne Skandal? Das wäre wie „Apocalypse Now“ ohne Walkürenritt – möglich, aber fad. Schon 1876, zu den ersten Wagner-Festspielen, gab es in Bayreuth Zunder. Die Ereignisse gingen in die Geschichte ein als die Affäre um den „Schoppenhauer“. In deren Zentrum stand keineswegs der fast gleichnamige Philosoph – der mit dem Vorfall schon deshalb nichts zu tun haben konnte, weil er längst tot war. In deren Zentrum stand einer der glühendsten Verehrer des Komponisten: Alfred Pringsheim, Mathematiker, Mäzen, Spross aus reichem Hause, damals 25 Jahre alt und späterer Schwiegervater von Thomas Mann.
Bayreuther FestspieleWenn Wagner-Treue in ein Duell mündet
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Der Mathematiker und Mäzen Alfred Pringsheim war ein glühender Verehrer Richard Wagners – dessen Antisemitismus zum Trotz. Als junger Mann prügelte sich Pringsheim sogar für ihn. Das Porträt des Münchner Hoffotografen zeigt den „Wagnerianer“ im Jahr 1910.
Ad. Baumann, München. Quelle: Privatbesitz München/Scherl/SZ PhotoSkandale gehören zu den Wagner-Festspielen – seit 150 Jahren. Schon beim ersten Mal gab es allerlei Theater, nicht nur auf der Bühne, auch in den Wirtshäusern. In einem prominenten Fall floss sogar Blut.
