Bayreuther FestspieleWenn Wagner-Treue in ein Duell mündet

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Der Mathematiker und Mäzen Alfred Pringsheim war ein glühender Verehrer Richard Wagners – dessen Antisemitismus zum Trotz. Als junger Mann prügelte sich Pringsheim sogar für ihn. Das Porträt des Münchner Hoffotografen zeigt den „Wagnerianer“ im Jahr 1910.
Der Mathematiker und Mäzen Alfred Pringsheim war ein glühender Verehrer Richard Wagners – dessen Antisemitismus zum Trotz. Als junger Mann prügelte sich Pringsheim sogar für ihn. Das Porträt des Münchner Hoffotografen zeigt den „Wagnerianer“ im Jahr 1910.
Ad. Baumann, München. Quelle: Privatbesitz München/Scherl/SZ Photo

Skandale gehören zu den Wagner-Festspielen – seit 150 Jahren. Schon beim ersten Mal gab es allerlei Theater, nicht nur auf der Bühne, auch in den Wirtshäusern. In einem prominenten Fall floss sogar Blut.

Von Susanne Hermanski

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Bayreuther Festspiele ohne Skandal? Das wäre wie „Apocalypse Now“ ohne Walkürenritt – möglich, aber fad. Schon 1876, zu den ersten Wagner-Festspielen, gab es in Bayreuth Zunder. Die Ereignisse gingen in die Geschichte ein als die Affäre um den „Schoppenhauer“. In deren Zentrum stand keineswegs der fast gleichnamige Philosoph – der mit dem Vorfall schon deshalb nichts zu tun haben konnte, weil er längst tot war. In deren Zentrum stand einer der glühendsten Verehrer des Komponisten: Alfred Pringsheim, Mathematiker, Mäzen, Spross aus reichem Hause, damals 25 Jahre alt und späterer Schwiegervater von Thomas Mann.

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