Bayern Statt 800 fehlen mindestens 1100 Lehrer

Laut einer Umfrage ist der Bedarf an Pädagogen größer als Kultusministerin Monika Hohlmeier angegeben hat. Sie muss nun zum Rapport bei Ministerpräsident Stoiber erscheinen.

Der für das kommende Schuljahr drohende Lehrermangel in Bayern ist nach Angaben der Lehrerverbände noch größer als vom Kultusministerium bisher angegeben. Laut einer Umfrage der Passauer Neuen Presse bei den Verbandsvorsitzenden fehlen im nächsten Schuljahr mindestens 1150 Stellen. Nach einer internen Prognose des bayerischen Kultusministeriums beträgt das Defizit bislang nur 818 Stellen.

"Wir bräuchten schon jetzt 200 bis 300 Lehrer an den staatlichen Gymnasien in Bayern", sagte Heinz-Peter Meidinger, der Vorsitzende des Philologenverbandes. Nach Angaben von Albin Dannhäuser, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), ist der Kernunterricht an den Grund- und Hauptschulen zwar gesichert. Es bestünden jedoch keinerlei Kapazitäten für die individuelle Förderung.

Maget: Sofortprogramm auch für Schulkinder

"Wenn Schulministerin Hohlmeier an diesem Montag zum Rapport bei Ministerpräsident Stoiber antreten muss, dann liegt das Sofortprogramm der SPD, in dem angesichts der dramatischen Lage an vielen Schulen Bayerns die Einstellung von 1000 neuen Lehrern gefordert wird, mit auf dem Tisch", betonte am Sonntag der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Franz Maget.

Die Beseitigung der schlimmsten personellen Engpässe an Bayerns Schulen sei überfällig. "Was vor vier Jahren bei der BSE-Krise mit der Auflage eines Sofortprogramms in Höhe von 300 Millionen Mark für die Landwirtschaft in Bayern möglich war, muss doch auch für unsere Schulkinder möglich sein", verlangte Maget.