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Garderobendame im Bayerischen Hof:Nicht den Schal in den Ärmel stopfen!

Garderobenfrau Annemarie Kleine im Bayerischen Hof

Mäntel annehmen, Zettel ausgeben, freundlich sein: Annemarie Kleine an ihrem Arbeitsplatz.

(Foto: Robert Haas)

Annemarie Kleine stand vor 50 Jahren das erste Mal im Bayerischen Hof an der Garderobe. Sie hält schlimme Parfums genauso aus wie ungeduldige Gäste, hat die Veränderung der Mode und des Umgangs beobachtet und erlebt jeden Abend die Verwandlung ihrer Kunden.

Interview von Philipp Crone

Die anstehenden Menschen hat sie immer im Blick. Alle wollen ihre Jacke loswerden. Annemarie Kleine, 80, kennt das seit 50 Jahren, die sie im Bayerischen Hof an der Garderobe arbeitet. Der Bayerische Hof, eine edle Herberge für Prominente, Treffpunkt für Wirtschaftsgrößen, um sich zu besprechen, ein Hotel mit Sterne-Gastronomie und Live-Musik. Wer hier herkommt und bei Kleine seine Jacke abgibt, erwartet einen besonderen Abend. Platz hat Kleine für etwa 1000 Mäntel. Entgegennehmen, aufhängen, Zettel übergeben, der nächste, stundenlang. Eine Maschine führt die Bügel über eine Art Schienensystem, so dass freie Haken immer vorne sind. Meistens ist Kleine für die späte Schicht eingeteilt. Seit 2003 ist sie offiziell in Rente, arbeitet aber noch einen Tag in der Woche. Ein Gespräch über die Veränderung der Sitten und der Mode, über die Verwandlung von Gästen vom Anfang bis zum Ende eines Abends, über schlimme Düfte und feine Herren und die Frage, wie man den Schal richtig abgibt.

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