„Ich weiß genau, was ich tun muss. Es kommt darauf an.“ So beginnt eine der Minimalgeschichten in Annette Pehnts Buch „Einen Vulkan besteigen“ (Piper). Auch die Autorin selbst wird genau wissen, was jetzt zu tun ist: Sie steht mit fünf anderen Autorinnen auf der soeben bekanntgegebenen Shortlist für die 12. Bayerischen Buchpreise. Was bedeutet, dass sie am 28. Oktober nach München reisen wird, sich dort mit ihrer Verlegerin lächelnd in eine der ersten Reihen in der Allerheiligen Hofkirche setzt, gute Miene zu jedweder Bemerkung der live urteilenden Jury macht und am Ende vielleicht auf der Bühne für den Preis dankt. Kommt darauf an.
Pehnt ist mit ihren minimalen Geschichten im Bereich Belletristik nominiert, neben Dorothee Elmiger, die mit ihrem Roman „Die Holländerinnen“ (Hanser) anreist, und Dagmar Leupold mit ihrem Roman „Muttermale“ (Jung und Jung). Im Sachbuch gehen die Bücher „Verzweiflungen“ (Suhrkamp) von Heike Geißler, „Sisyphos im Maschinenraum“ (C.H. Beck) von Martina Heßler und „Alte Frauen“ (Ullstein) von Verena Lueken ins Rennen.
Wie immer wird eine dreiköpfige Jury in zwei je halbstündigen Runden die Siegerinnen in den beiden Kategorien ausdiskutieren; in diesem Jahr sind es wie in den vergangenen beiden Vorjahren Andreas Platthaus (FAZ), Cornelius Pollmer (Die Zeit) und Marie Schoeß (BR). Zu gewinnen sind jeweils 10 000 Euro sowie eine Nymphenburger Porzellanfigur. Neben einem undotierten Bayern 2-Publikumspreis wird außerdem ein Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten verliehen: In diesem Jahr erhält ihn der Kabarettist und Autor Hape Kerkeling. Ob Markus Söder persönlich dessen Dankesrede lauschen wird? Es kommt darauf an.


