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Bayerische Staatsoper:Verfrühtes Ständchen

Vienna Philharmonic New Year's Concert 2015

Zubin Mehta wird seinen Geburtstag in Wien verbringen.

(Foto: dpa)

Zubin Mehta wird bald 80, gratuliert hat München schon jetzt

Die Devotionaliensammler unter den Münchner Operngehern dürften noch jene Sektgläser im Schrank hüten, die das Publikum am 70. Geburtstag von Dirigent Zubin Mehta nach einer Matinee erst leeren und dann mit nach Hause nehmen konnte. Das war am 29. April 2006. Damals war Mehta nur noch für wenige Monate Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper. Am vergangenen Freitag gab es nun keinen Gratis-Sekt, und es war auch noch nicht ganz wieder Geburtstag, aber gefeiert wurde der anstehende 80. des Maestro trotzdem im ausverkauften Nationaltheater. Aus über 2000 Kehlen gab es für Mehta ein Happy-Birthday-Ständchen, das eines veritablen Verdi-Chors würdig gewesen wäre.

Staatsintendant Nikolaus Bachler war zusammen mit Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) nach dem Schlussapplaus bei der Maskenball-Vorstellung auf die Bühne gekommen, um dem Ehrendirigenten des Staatsorchesters ein klein wenig vor der Zeit zu gratulieren. "Beschenken kann man Sie nicht", sagte Bachler, "denn Sie beschenken uns". Und das sehr reich, hatte Mehta doch an seinem ehemaligen Haus in den vergangenen zwei Monaten ein beeindruckendes Programm dirigiert: Fünf mal Beethovens "Fidelio", sechs mal die Neuinszenierung von Verdis "Un ballo in maschera", zudem drei Akademiekonzerte mit Schönbergs Gurreliedern. Und aushäusig stand er in der Karwoche noch drei Abende am Pult der Philharmonie für Mozarts "Requiem".

Seinen 80. Geburtstag wird Mehta zwar in Wien verbringen, die Party zum 85., so forderte es Nikolaus Bachler ein, müsse dann aber wieder in München gefeiert werden. "Mein Herz ist immer hier und wird immer hier bleiben", sagte Mehta gerührt. Und statt eines Sektglases gingen die Münchner Opernbesucher mit dem Versprechen nach Hause: "Ich komme wieder!"

© SZ vom 04.04.2016 / czg
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