Bavarian International School Eine Schule für Berufsnomaden

Im neuen City Campus der Bavarian International School bietet eine Bibliothek Bücher in mehreren Sprachen. Die Schüler nutzen das zum Entspannen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Bavarian International School ist gefragt - gerade bei Eltern, die nur ein paar Jahre in München bleiben und die für ihre Kinder eine internationale Ausbildung suchen. Dafür zahlen sie bis zu 17 000 Euro im Jahr

Von Melanie Staudinger

David und Louis begrüßen die Gäste. Das machen die Zwillingsbrüder zuerst auf Englisch und dann auf Deutsch - routiniert sprechen die zwei Buben beide Sprachen. Und das, obwohl sie noch so klein sind, dass ihre Köpfe das Rednerpult kaum überragen. David und Louis besuchen die dritte Klasse der Bavarian International School, die im Januar ihr neues Domizil an der Leopoldstraße bezogen und in dieser Woche offizielle Eröffnung gefeiert hat. Unterrichtssprache der vier- bis elfjährigen Schüler ist Englisch, gleichzeitig lernen sie Deutsch. Später kommen noch weitere Fremdsprachen hinzu. Wie international die Schülerschaft ist, zeigt sich zum Beispiel im Zimmer der dritten Klasse. Dort haben die Kinder Fanschals aufgehängt: Sie stammen aus England, den USA, aus Argentinien, Brasilien, Israel und natürlich auch Deutschland. 19 Prozent von ihnen sind englische Muttersprachler.

Kinder aus 48 verschiedenen Nationen besuchen die Bavarian International School (BIS), die vor 25 Jahren mit gerade einmal sechs Schülern gegründet worden ist. Die Schule unterhält einen Standort mit gut 1000 Schülern in Haimhausen im Landkreis Dachau und nun auch den City Campus im Leopold Carré in Schwabing, den derzeit 110 Kinder besuchen. "In Haimhausen konnten wir nicht erweitern", sagt BIS-Direktorin Chrissie Sorenson, die aus den Vereinigten Staaten stammt. Das war aber nicht der einzige Grund, warum sich die Schule ein Areal in München ausgesucht hat.

Internationale Firmen wie Microsoft, Google, IBM oder BMW, diplomatische Vertretungen, europäische Institutionen: Sie alle haben einen Sitz in München. "Deren Mitarbeiter suchen für ihre Kinder meist eine internationale Ausbildung", sagt Sorenson. Die Familien blieben oft nur für wenige Jahre in München und zögen danach weiter in Ausland. Würden sie eine öffentliche Schule besuchen, hätten sie oftmals Probleme mit der Anerkennung. "Mit unserem System kann man im Ausland nahtlos an einer anderen internationalen Schule weitermachen", sagt Sorenson.

Mit dem Standort in Haimhausen sei die Schulfamilie sehr zufrieden. Doch gerade Eltern von Grundschulkindern, die in München leben, hätten den weiten Weg nach Haimhausen gescheut. "Ihnen bieten wir jetzt einen innenstadtnahen Standort", sagt die Direktorin. Während es in München allerdings nur eine Grundschule bis zur fünften Klasse gibt, umfasst das Angebot in Haimhausen auch eine Mittel- und Oberstufe, die nach der zwölften Klasse mit einer international anerkannten Hochschulzugangsberechtigung endet.

Ganz glatt gegangen ist der Umzug jedoch nicht. Eigentlich sollte die Schule schon im August eröffnen. Doch das Gebäude, das an der Leopoldstraße neben einer Tankstelle liegt, wurde nicht rechtzeitig fertig. Also startete die Grundschule in Pavillons, die auf dem Gelände in Haimhausen aufgestellt wurden. "Dann mussten wir mitten im Schuljahr umziehen", sagt Sorenson. Kein leichtes Unterfangen, und doch klappte es soweit gut. "Die Kinder und Lehrer waren so positiv aufgeregt, dass alles schnell und problemlos lief", sagt die Direktorin.

Statt Schulcontainern haben sie jetzt schöne, helle und vor allem moderne Räume auf vier Etagen. Die Klassenzimmer sind digital ausgestattet, jeder Viert- und Fünfklässler bekommt ein eigenes Ipad. In der Sporthalle trainieren nach dem Unterricht verschiedene Mannschaften Fußball, Rugby oder Tennis. "Unsere Kinder sind meist in keine Vereinsstruktur eingebunden, weil sie im Schnitt ja nur dreieinhalb Jahre hier sind", sagt Sorenson. In der Bibliothek stehen Bücher in verschiedenen Sprachen, draußen entsteht ein Spielbereich mit unterschiedlichen Geräten, die Cafeteria wird von einem Caterer beliefert.

So viel Luxus lassen sich die Eltern viel kosten - nur in etwa 40 Prozent der Fälle übernimmt die jeweilige Firma das Schulgeld. Zwischen 11 000 und 17 000 Euro bezahlen sie für einen Platz im Jahr, dazu kommt das Mittagessen in der Ganztagsschule und die Busfahrt - alle Kinder, die das wollen, werden mit schuleigenen Bussen von daheim abgeholt. 65 Busse gibt es für den Standort Haimhausen, in München sind es derzeit fünf. Die Zahl könnte aber noch zunehmen: In den kommenden fünf Jahren will die Schule in Schwabing auf 500 Schüler anwachsen.