Bavaria Filmstudios:"Wetten, dass...?" von Streik bedroht

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Weil offenbar Mitarbeiter entlassen werden sollen, droht den Bavaria Filmstudios ein Streik. Deswegen ist die nächste "Wetten, dass"-Sendung in Gefahr.

Christina Warta

"Wir können da nicht länger zuschauen", sagt Jörg Reichel, der bei Verdi Bayern für den Fachbereich Medien zuständig ist. Nachdem die Bavaria Film- und Fernsehstudio GmbH eine Unternehmensberatung im Haus gehabt habe, habe man den Mitarbeitern die Sparpläne eröffnet.

Bavaria Filmstudios: Die Deko macht's: Wenn Thomas Gottschalk zur Wette ruft, stammt das Drumherum meist aus den Werkstätten in Geiselgasteig. Beim nächsten Mal könnte es Schwierigkeiten geben.

Die Deko macht's: Wenn Thomas Gottschalk zur Wette ruft, stammt das Drumherum meist aus den Werkstätten in Geiselgasteig. Beim nächsten Mal könnte es Schwierigkeiten geben.

(Foto: Foto: dpa)

"Man hat bei den Personalkosten offenbar einen Spielraum für die Effizienzsteigerung gesehen", sagt Reichel. Insgesamt sollen bei der Bavaria 28 der rund 120 festen und freien Mitarbeiter gehen und durch billigere Leiharbeiter ersetzt werden.

Sechs Mitarbeiter aus der Abteilung Dekorationsbau hätten laut Reichel im Verlauf des vergangenen halben Jahres bereits die Kündigung erhalten. "Diese Bühnenarbeit ist eine sehr spezielle Tätigkeit. Die Mitarbeiter sind über 50 Jahre, haben Familien und Kinder, für die wird es sehr schwierig, eine andere Arbeitsstelle zu finden", sagt der Gewerkschaftsvertreter.

An Stelle der bisherigen Arbeitnehmer beschäftige die Bavaria Leiharbeiter, denn der Bedarf sei da. Finanzielle Schwierigkeiten sind laut Einschätzung von Verdi aber offenbar nicht ausschlaggebend. "Nach unseren Informationen steht die Bavaria finanziell gut da", sagt Reichel.

"Wir müssen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen betriebsbedingte Kündigungen aussprechen", sagt dagegen Michael Klee, einer der beiden Geschäftsführer der Bavaria. Er spricht von derzeit insgesamt sieben Entlassungen. "Bei fünf Mitarbeitern konnten wir einen Sozialplan anwenden, den wir im Dezember entwickelt hatten", sagt Klee.

"Wetten, dass...?" von Streik bedroht

Zu den Vorwürfen der Gewerkschaft, dass bis zum Ende des Jahres 2008 noch weitere 22 Personen entlassen werden sollen, sagt der Geschäftsführer: "Soweit sind wir noch lange nicht. In einem Personalplanungspapier heißt es, dass es beabsichtigt ist, eine Reduzierung vorzunehmen. Doch das ist allenfalls eine Ankündigung, aber sicherlich noch keine Entscheidung." Nach 19 Jahren, in denen die Gewerkschaft und die Filmproduktionsgesellschaft bei Tarifkonflikten offenbar stets eine Lösung gefunden haben, droht nun ein Streik.

Dabei sei Verdi laut Aussage von Jörg Reichel der Bavaria durchaus entgegengekommen. "Man hat uns gesagt, dass man mit uns über Beschäftigungssicherung sprechen würde, wenn man 70.000 Euro im Jahr 2008 und 150.000 Euro im Jahr 2009 bei den Personalkosten einsparen könne", so Reichel. Dies sei gelungen, indem sich die Bavaria-Mitarbeiter bereiterklärt hätten, auf Zuschläge zu verzichten und länger zu arbeiten. "Zu diesen Zahlen gebe ich heute kein Statement ab", sagt Michael Klee.

Um die Bavaria unter Druck zu setzen, hat Verdi nun Warn- und Solidaritätsstreiks angekündigt. "Wir sind in den Studios gut organisiert", sagt Reichel über die gewerkschaftliche Organisation der Bavaria. Betroffen sein könnten neben "Wetten, dass" auch die Sendungen "Aktenzeichen YX" und "Leute heute".

"Es ist das vornehmste Recht der Gewerkschaft, ihren Forderungen gegenüber dem Unternehmen mit einem Streik Nachdruck zu verleihen", kommentiert Geschäftsführer Klee die Streikankündigung. Am Mittwoch wollen sich die Tarifparteien noch einmal zu einem Gespräch treffen. Reichel sagt jedoch: "Wir brauchen Lösungen und keine Diskussion."

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