Baustellen Münchens Westen wird zum Nadelöhr

Zur Geduldsprobe für praktisch alle Verkehrsteilnehmer droht der bevorstehende Umbau des Romanplatzes zu werden.

(Foto: Lukas Barth)
  • Am 3. September 2018 beginnen die Bauarbeiten am Romanplatz.
  • Autofahrer müssen sich auf Stau einstellen, Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel auf geänderte Wege und Ersatzverkehre.
  • Auch an anderen Stellen im Münchner Westen wird es in den kommenden Jahren Baustellen geben.
Von Sonja Niesmann

"Gar nicht schön. Da haben wir wirklich was vor uns. Aber wir werden damit leben müssen." Mit dieser angesichts des Bevorstehenden doch recht gelassen klingenden Feststellung leitete Gudrun Piesczek (CSU), die Vorsitzende des Unterausschusses Verkehr im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg, ihre Informationen ein über die Abläufe beim Umbau des Romanplatzes und die dadurch für Bus- und Trambenutzer, Autofahrer und auch Fußgänger verbundene Unbill - die noch verstärkt wird durch weitere große Baustellen im näheren Umkreis, die 2019 anstehen oder bereits eingerichtet sind.

Los geht es am 3. September mit dem Bau einer Tram-Wendeschleife an der Einmündung der Nibelungen- in die Arnulfstraße, beim abgebrannten Kulturpavillon. Die Wendeschleife, die später wieder rückgebaut wird, soll ermöglichen, dass die Tramlinien 16 und 17 aus der Innenstadt weiterhin über die Arnulfstraße bis knapp vor den Romanplatz fahren können, bis auf wenige Wochen, in denen sie durch Busse ersetzt werden.

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Autofahrern bleibt während dieser Phase, die bis Ende November dauern soll, zeitweise nur eine Spur in der Arnulfstraße. Der Trambetrieb ist in dieser Zeit noch nicht beeinträchtigt. Erst Anfang März 2019, wenn die eigentlichen Arbeiten am Romanplatz beginnen, werden die Tram 16 und 17 eine Woche lang, während der Faschingsferien, durch Busse ersetzt, dafür die Linie 12 zur Amalienburgstraße weitergeführt.

Am Romanplatz wird die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Haltestellen ausbauen, damit die angesichts steigender Fahrgastzahlen nötigen längeren Trambahnen Platz haben. Die Bushaltestellen werden von denen der Tram getrennt und die Voraussetzungen für die Tram-Westtangente geschaffen. Das alles wirkt sich auch auf Parkbuchten, Taxistellplätze, Geh- und Radwege aus.

Im Zuge des Umbaus soll der ganze Bereich, der öffentliche Grund zumindest, auch grüner und großzügiger gestaltet werden. Schöner eben - soweit das an einem derartigen Verkehrsknoten wie dem Romanplatz möglich ist. Die Hauptarbeiten beginnen am 11. März 2019 und sollen bis Jahresende dauern, es wird laut MVG "zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen". Am Romanplatz (über den der Verkehr gen Süden und Westen, auch zur Garmischer und Stuttgarter Autobahn rollt) und auch in den auf ihn zulaufenden Straßen wird es meist nur noch einspurig zugehen.

Zahlreiche Baustellen rund um die Baustelle

Damit die Buslinien 51/151 in den erwartbaren Staus nicht heillos feststecken, soll in der Wotanstraße auf einer der beiden Fahrspuren eine eigene Busspur markiert werden. Der Bezirksausschuss regt an, diese Busspur bereits direkt nach der Laimer Unterführung beginnen zu lassen, sie nicht einmal für Taxis freizugeben - und bittet die Polizei, auch "intensiv zu kontrollieren", dass staugenervte Autofahrer nicht auf der für den Bus reservierten Spur durchzupreschen versuchen.

Wer in der Tram 16/17 sitzt, wird das Jahr 2019 über zumindest bis fast zum Romanplatz kommen. Zur Amalienburgstraße wird die vom Rotkreuzplatz kommende Tram 12 verlängert, bis Juni jedenfalls. Dann aber dreht auch diese Linie an der Haltestelle Neuhausen um, durch die Romanstraße und weiter zur Amalienburgstraße werden stattdessen Busse (SEV 12) fahren.

Autofahrer, die den Stau am, rund um oder vielleicht auch schon weit vor dem Romanplatz endlich hinter sich gelassen haben, sind dann allerdings noch längst nicht durch. Vom Romanplatz Richtung Wintrichring - der Verbindung nach Moosach oder zur Verdistraße/Obermenzing - werden 2019 die Fahrbahnen saniert, zudem saniert das Baureferat die Brücke über den Schlosskanal an der Menzinger Straße.

Sonderregelungen für die Baustellenzeit

Und: An der Laimer Unterführung beginnt 2019 das große Graben für eine dritte Röhre, die sogenannte Umweltverbundröhre. Ausnahmsweise werde es, gab Gudrun Piesczek eine Ansage aus dem Kreisverwaltungsreferat weiter, für Autofahrer an der Arnulfstraße stadtauswärts während der Bauphase erlaubt sein, am Steubenplatz links auf die Friedenheimer Brücke abzubiegen. Dadurch könne ein Teil des Verkehrs schon ein Stück vor dem Romanplatz über die Bahntrasse nach Süden abfließen.

Allerdings landen die Autofahrer dann auf der Landsberger Straße. Und dort wird, von diesem Sommer an für etwa zweieinhalb Jahre, von Höhe Laimer Unterführung bis zum "Knie" in Pasing, der Abwasserkanal verlegt, mit entsprechenden Einschränkungen für den Autoverkehr. Der Münchner Westen wird zweifellos ein Jahr lang zum Nadelöhr.

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