Bauprojekt:Ein Stein, ein Signal

Bauprojekt: Charlotte Knobloch (im Bild ohne Maske) bei der Grundsteinlegung.

Charlotte Knobloch (im Bild ohne Maske) bei der Grundsteinlegung.

(Foto: Robert Haas)

Im Prinz-Eugen-Park entsteht die Zaidman-Seniorenresidenz der jüdischen Gemeinde

Von Jan Christoph Freybott

Im Bogenhausener Prinz-Eugen-Park ist am Dienstag der Grundstein für die neue Zaidman-Seniorenresidenz der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern gelegt worden. Bis 2023 sollen dort 108 Pflegeplätze für jüdische und nichtjüdische Bewohner entstehen, dazu kommen 28 Wohneinheiten für betreutes Wohnen und 19 Plätze in der Tagespflege. "Mit der heutigen Grundsteinlegung senden wir eine klare Botschaft aus, dass die Zukunft jüdischen Lebens in München für uns nicht zur Debatte steht", sagte Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde vor etwa 30 Gästen. Wichtig sei das Signal auch deshalb, weil jüdisches Leben heute immer wieder infrage gestellt würde.

Knobloch sprach inmitten der Baustelle. Ein Rund aus Betonkonstruktionen, das Knobloch umgab, deutete die Synagoge an, die Teil der Seniorenresidenz werden soll. Den Ältesten ein würdevolles Leben zu sichern, sei ein "religiöses Gebot", erklärte Knobloch. "Das gilt umso mehr, als in diese neue Seniorenresidenz noch Überlebende des Holocaust einziehen werden, denen gegenüber wir als nachfolgende Generationen besonders verpflichtet sind - und bleiben." Die Zaidman-Seniorenresidenz soll das Saul-Eisenberg-Seniorenheim in Schwabing ablösen, das mit 53 Plätzen nur etwa halb so groß ist. Erneut übernimmt die AWO München die Betriebsträgerschaft.

Neu ist, dass die Einrichtung von Beginn an auch nichtjüdische Bewohner aufnimmt. Den Pflegesatz im neuen Heim schätzt der AWO-Vorsitzende Jürgen Salzhuber auf etwa 4000 Euro pro Bewohner. Dass dieser nicht höher ausfalle, sei vor allem den großzügigen Spenden der Familie Zaidman zu verdanken, nach der die Seniorenresidenz benannt ist. Neben der Synagoge soll auch eine "beschützende Station" zu den Besonderheiten der Einrichtung gehören, in der 38 vor allem demenzkranke Bewohner Platz finden sollen. Dass die deutlich größere Einrichtung voll wird, darum macht sich Salzhuber keine Sorgen. "Wir haben jetzt schon eine Riesenwarteliste."

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