Baupläne für den Olympiapark Neue Arena für Eishockey und Basketball

  • Der Stadtrat will möglichst schnell die Ausschreibung für den Bau einer Halle für Eishockey und Basketball im Olympiapark auf den Weg bringen - am besten noch vor Weihnachten.
  • Sie soll auf dem Gelände des ehemaligen Radstadions gebaut werden. Als Investor könnte nach derzeitigem Stand Red Bull auftreten.
  • Noch offen ist derweil, in welchem Ausmaß das Olympiastadion saniert wird.
Von Dominik Hutter

Noch sind sehr viele Fragen offen - der Stadtrat will aber noch vor Weihnachten die Ausschreibung für den Bau einer kombinierten Eishockey- und Basketball-Arena im Olympiapark auf den Weg bringen. Einen Interessenten gibt es bereits: die österreichische Getränkefirma Red Bull, die schon vor eineinhalb Jahren ein entsprechendes Angebot an die Stadt geschickt hatte. Mit dem Stadtratsbeschluss, der ohne Vorberatung in den Fachausschüssen in der Plenumssitzung am kommenden Mittwoch fallen soll, will das Rathaus ein Zeichen setzen, dass die neue Halle in München erwünscht ist. Denn nach SZ-Informationen gibt es durchaus auch Umlandgemeinden, die sich die neue Sportstätte mit ihren 10 000 Zuschauerplätzen auf ihrem Gebiet vorstellen könnten.

Eine Ausschreibung ist bei einem Projekt dieser Größenordnung Pflicht - auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass ein anderer Investor als Red Bull zum Zuge kommt. Die Firma ist Namensgeber der bekanntesten Münchner Eishockeymannschaft, die in der ersten Liga spielt, und hat bereits mit den Basketballern des FC Bayern München über eine gemeinsame Arena gesprochen. Red Bull München trägt die Heimspiele derzeit im Olympia-Eisstadion aus, das als Sanierungsfall gilt. Die ebenfalls erstklassigen Basketballer des FC Bayern spielen im Audi-Dome an der Siegenburger Straße, der früheren Rudi-Sedlmayer-Halle, deren Zukunft ebenfalls ungewiss ist.

Ehemaliges Radstadion soll der Red-Bull-Arena weichen

Als Standort der neuen Red-Bull-Arena kristallisiert sich immer deutlicher das Grundstück des ehemaligen Olympia-Radstadions heraus, der heutigen Event-Arena. Diese Adresse hätte den Vorteil, dass während der Bauzeit der Spielbetrieb in der alten Halle am Olympiaturm ganz normal weitergehen kann. Allerdings gibt es im Stadtrat durchaus Stimmen, die den angestammten Platz günstiger fänden. Schon weil er im Zentrum des Parks und näher am U-Bahnhof Olympiazentrum liegt.

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Geplant ist, das Grundstück per Erbpacht zu vergeben. Bau und Betrieb der Halle wären dann Sache des Investors. Das Rathaus will aber unbedingt auch ausreichend Eisflächen für den Schul- und Breitensport erhalten. Sollte in dem Neubau dafür genügend Platz sein, könnte die Stadt die Flächen zu bestimmten Uhrzeiten anmieten. Im Notfall müssten Teile der alten Anlagen erhalten werden. Bislang ist es völlig unklar, was nach einem Auszug der Profimannschaft mit dem 1967 fertiggestellten Olympia-Eisstadion passieren soll, zu dem neben der eigentlichen Halle auch noch das für Indoor-Fußball genutzte Eislaufzelt von 1983 sowie eine 1991 eröffnete Trainingshalle gehören.

Olympiastadion soll komplett nutzbar bleiben

Noch nicht abschließend entschieden ist, wie es mit dem prominentesten Bau im Park weitergehen soll, mit dem Olympiastadion nämlich. Der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats vertagte am Dienstag die Entscheidung über die anstehende Sanierung. Allerdings wird lediglich über den Umfang der Bauarbeiten diskutiert - die grundsätzliche Linie steht bereits fest: Die Arena soll auch künftig komplett nutzbar bleiben, für Konzerte wie auch für Public Viewing oder religiöse Veranstaltungen. Ein bloßes Museum ist unerwünscht. "Falls Bruce Springsteen mal anruft, will ich nicht sagen müssen, dass kein Konzert möglich ist", scherzte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Die Sozialdemokraten halten es jedoch für möglich, das Stadion auch mit deutlich weniger Geld zu erhalten. 76 Millionen Euro kostet die von Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) favorisierte Sanierungsvariante, bei dem die Betonschüssel samt Innenräumen "auf Neubauniveau", aber ohne Luxus-Schnickschnack hergerichtet wird. Die SPD hat aus der Beschlussvorlage herausgelesen, dass auch eine um 35 Millionen billigere Variante den Konzertbetrieb sicherstellen könnte. Vor einer Entscheidung wolle man die Unterschiede zwischen den Varianten im Detail dargestellt haben, erklärte SPD-Stadträtin Simone Burger. Das Thema wurde daraufhin in die Januarsitzung vertagt.

Die CSU erhob dagegen zwar keine Einwände. Hinter den Kulissen allerdings zeigen sich die Christsozialen verschnupft über den Bündnispartner - eigentlich müssten die Unterschiede bekannt sein. Laut Olympiapark-Chef Arno Hartung würden bei der günstigeren Variante die Innenräume ausgespart, weshalb bei Großkonzerten Container im Freien aufgestellt werden müssten. "Das funktioniert nicht."