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Bauarbeiten:Ludwigsbrücke wird gesperrt

Die Baugerüste stehen schon, an diesem Sonntag beginnen nun die Arbeiten zum Einhub der Behelfsbrücken für Fußgänger und Radfahrer. Wegen der Sanierung der Ludwigsbrücke ist an mehreren Terminen eine Vollsperrung geplant.

(Foto: Catherina Hess)

Vorbereitungen für umfangreiche Sanierung starten - in mehreren Nächten ist die Strecke für den Verkehr blockiert

Von Andreas Schubert

Die bevorstehende Sanierung der Ludwigsbrücke wirkt sich schon von diesem Wochenende an auf den Verkehr aus. Der Grund: An diesem Sonntag, 15. März, beginnen gegen 20 Uhr die vorbereitenden Arbeiten zum Einhub der Behelfsbrücken für Fußgänger und Radfahrer. In den Nächten vom 15. bis 19. März, jeweils von 21 bis 6 Uhr, wird die Brücke zwischen Zeppelinstraße und Erhardtstraße für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt, weil die Oberleitungen der Straßenbahn vorübergehend abgebaut werden müssen. Weitere Vollsperrungen werden nötig in den Nächten vom 22. bis zum 28. März, die genauen Uhrzeiten will die Stadt noch bekannt geben. In diesem Zeitraum werden die neuen Behelfsbrücken für Radler und Fußgänger eingehoben.

Für Passagiere der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bedeutet dies, dass die Tramlinie 17 bis voraussichtlich 9. April auf diesem Abschnitt nicht verkehren kann. Die Linie fährt in diesem Zeitraum nur zwischen Amalienburgstraße und Sendlinger Tor. Zwischen St. Emmeram und Max-Weber-Platz richtet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) als Ersatz die Tramlinie 37 ein.

Die Linie 16 bedient wie gewohnt die Strecke zwischen Herkomerplatz, Isartor und Innenstadt via Maxmonument. Die Nachtlinie N 17 wird zwischen Max-Weber-Platz und Isartor über Maxmonument umgeleitet, wodurch es nach Angaben der MVG zu einer geringfügigen Fahrzeitverlängerung kommt. Die Haltestellen Deutsches Museum, Am Gasteig und Wiener Platz entfallen während der Bauzeit. Die Gegend bleibt aber zum Beispiel mit der S-Bahn - Stationen Isartor und Rosenheimer Platz - oder mit der U 4 und U 5 an der Haltestelle Max-Weber-Platz gut erreichbar. Die direkt auf der Ludwigsbrücke liegende Haltestelle Deutsches Museum bleibt auch nach der Wiederinbetriebnahme der Linie 17 bis zum Abschluss der Brückensanierung außer Betrieb. Besucher erreichen das Deutsche Museum dann über die nahen Haltestellen Isartor sowie Ludwigs- und Boschbrücke.

Anfang Mai startet dann die eigentliche Sanierung der Ludwigsbrücke, die im Grunde aus zwei Brücken - der inneren und der äußeren Ludwigsbrücke - besteht. Pro Richtung gibt es dann nur noch eine Fahrspur. Die Tram fährt vorerst weiter, wird dann aber Ende 2020 bis voraussichtlich Frühjahr 2022 auf dieser Strecke eingestellt. Die West-Ost-Verbindung der Tram besteht dann über die Maximiliansbrücke weiter. Die beiden Brücken müssen grundlegend saniert werden, was rund 25 Millionen Euro kosten wird. Die Arbeiten ließen sich laut einem Gutachten nicht weiter aufschieben, wenn die Tragfähigkeit der Brücken weiterhin gegeben sein soll. Es ist dabei allerhand zu tun: Unter anderem muss der komplette Oberbau der Brücken erneuert werden, der Asphaltbelag, die Scheitelgelenke der äußeren Ludwigsbrücke, die Tragplatten, die Abdichtungen die Tramgleise und einiges mehr.

Nach Abschluss der Bauarbeiten bleibt für den Autoverkehr jeweils nur eine Fahrspur übrig. Dazu hatte sich der Stadtrat gegen den heftigen Widerstand der CSU entschlossen. Radfahrer bekommen dann pro Richtung eine breite Spur, die bisherigen schmalen Radwege werden den Fußgängern zugeschlagen. Auch die Trambahn-Haltestelle wird großzügiger gestaltet.

© SZ vom 14.03.2020
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