Was läuft in der Münchner Gastro-SzeneEin Schluck vom Glück

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Maximilian Schwarz (rechts) und Alexander Hahn dürfen in Zukunft länger aufbleiben.
Maximilian Schwarz (rechts) und Alexander Hahn dürfen in Zukunft länger aufbleiben. Alexander Chouzanas

In der Franzi Bar werden Cocktails gemixt und der kalifornische Sommelier und Winzer Rajat Parr will die Münchner überraschen.

Von Sarah Maderer

Die Barkeeper Maximilian Schwarz und Alexander Hahn bereuen es kein bisschen, sich vor einem Jahr für die Eröffnung ihrer Franz Bar auf eine reine Tageskonzession eingelassen zu haben, so angekommen fühlen sie sich inzwischen in Sendling. Ein wenig ist ihnen aber das Cocktail-Mixen am Abend doch abgegangen. So mussten sie nicht lange überlegen, als ihnen die Räumlichkeiten der Maistraße 10 für eine weitere Bar angeboten wurden, dieses Mal mit der Option, bis in die Nacht geöffnet zu haben – die Franzi Bar war geboren.

Wie schon die Franz Bar bauen Schwarz und Hahn die Franzi selbst um. „Man darf ruhig sehen, dass die beiden verwandt sind“, findet Schwarz. Die Franzi solle die große Schwester vom Franz werden, denn sie dürfe nicht nur länger aufbleiben, sondern sei mit Terrasse und Schanigarten auch größer. Während in der Valleystraße mehr Wein ausgeschenkt wird, wird in der Maistraße der Schwerpunkt auf den Cocktails liegen.

Die sollen nicht zu verkünstelt ausfallen, erklärt Schwarz, lieber setzten er und Hahn auf bodenständige, gut gemachte Klassiker. Ein paar kreative Signature-Drinks darf Barchefin Paulina Nowakowska aber auch zaubern. Sie steht aktuell noch hinterm Tresen der Charlatan Bar und wechselt nach deren Schließung am Monatsende zusammen mit einem kleinen Team in die Franzi. Anfang April soll es dort dann losgehen.

Während die einen ihren Fokus wieder mehr auf Cocktails lenken, dreht sich für andere nächsten Donnerstag alles um Wein, genauer gesagt um die Weine von Rajat Parr. Unter Kennern scheint der kalifornische Sommelier und Winzer Rockstar-Status zu genießen. Auf seiner historischen Phelan Farm im Weinbaugebiet San Luis Obispo Coast, mit den Santa Lucia Mountains zur einen Seite und dem Pazifik zur anderen, kultiviert er in Handarbeit biodynamische Weine, für deren Herstellung er Pinot Noir und Chardonnay als Hauptrebsorten einsetzt.

Manche seiner Weine bringt Parr bei seinem München-Besuch am 26. März von zuhause mit und stellt sie dem Münchner Publikum an zwei Stationen vor: Zunächst hat er am Nachmittag Sommeliers und andere Branchen-Kollegen zur Verkostung ins Mokum am Alten Messeplatz geladen. Seit ihrer Eröffnung vor rund einem Jahr hat die kleine Tagesbar Parrs Weine gelistet. „Eigentlich führen wir keine Winzer von Übersee, außer wir sind von ihrer Geschichte und ihren Weinen komplett überzeugt“, sagt Julia Kolbeck, Gastgeberin und Sommelière im Mokum.

Im Weinbaugebiet San Luis Obispo Coast baut Rajat Parr seine Weine an.
Im Weinbaugebiet San Luis Obispo Coast baut Rajat Parr seine Weine an. Phelan Farm

Manche Menschen empfänden kalifornische Weine als übermäßig alkoholisch, fettig, ja fast marmeladig im Geschmack, erklärt Kolbeck. Parrs Weine schmeckten dagegen fein und elegant. „Das als Quereinsteiger im Winzer-Bereich zu schaffen, ist schon beeindruckend“, findet Kolbeck. Denn nur weil Parr zu den renommiertesten Sommeliers der USA gehört, hätte aus ihm nicht automatisch auch ein fähiger Winzer werden müssen. Oder wie Kolbeck es formuliert: „Am Ende ist ein Sommelier kein Winzer, so wie ein Koch kein Kartoffelbauer ist.“ (Mokum, Alter Messeplatz 6, Dienstag bis Samstag 12 bis 20 Uhr).

Die Verkostung im Mokum ist zwar nur für geladene Gäste, dafür haben alle anderen am Abend in der Grapes Weinbar noch die Gelegenheit, Parr live zu erleben und seine Weine zu probieren. Auch bei den Speisen bleibt das Grapes an diesem Abend thematisch in den USA und hat zusätzlich Fairfax Express vom Munch Market im Gasteig eingeladen, um Parrs Weine mit einem Drei-Gänge-Menü (39 Euro p.P.) zu begleiten. Auf dem Menüplan stehen eine Mini-Shrimp-Roll zur Vorspeise, „Nashville Hot Chicken Tenders“ im Hauptgang und Mais-Butterkuchen mit Mascarpone, Beeren und Honig-Glasur zum Dessert.

Parrs Weine bestellt jeder nach Belieben glasweise oder als Flasche dazu. Insofern gibt es keine klassische Weinbegleitung und auch kein Programm. Parr geht einfach von Tisch zu Tisch, und wer mag, kommt mit ihm ins Gespräch. Bei solch hohem Besuch reserviert man freilich besser, aber auch spontane Gäste können auf gut Glück an der Bar oder am großen Hochtisch unterkommen (Rajat Parr und Fairfax Express in der Grapes Weinbar, Ledererstraße 8a, am 26. März von 18 bis 22 Uhr, Telefon 089/242249504, www.grapes-weinbar.de).

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