Was läuft in der Münchner Gastro-SzeneDrinks bei Sonnenlicht und Mondschein

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Pardeep „Lucky“ Singh (rechts)  und Saurabh Kantiwal leiten das Barrestaurant Soluna.
Pardeep „Lucky“ Singh (rechts)  und Saurabh Kantiwal leiten das Barrestaurant Soluna. Johannes Simon

Gastro-Sterben im Glockenbachviertel? Entwarnung: Die Bravo Bar in der Fraunhoferstraße sucht schon nach einer neuen Location, und in der Hans-Sachs-Straße hat das Soluna eröffnet.

Von Sarah Maderer

Mit der Eröffnung der Kaffeebar Bravo Centro in den Fünf Höfen vor knapp einem Jahr sollte das Bravo-Trio eigentlich komplett sein. Ein halbes Jahr zuvor zog das Bravo Grande in die Hohenzollernstraße ein, und im Herbst 2019 nahm alles seinen Anfang mit der Bravo Bar in der Fraunhoferstraße. Das Konzept ist bei allen dreien gleich: Espresso, Vino und junge Schickeria.

Nun die überraschende Nachricht: Die stets gut besuchte Bravo Bar muss schließen. Grund seien dauerhafte Beschwerden einzelner Anwohner, wie die Betreiber Damir Stabek und Marlon Schuler auf Instagram mitteilten. Am 16. Mai wird ein letztes Mal gefeiert, dann ist an diesem Standort Schluss.

Dieser Abschied werde freilich ein Loch ins Portfolio reißen, bestätigt Stabek im Gespräch – aber hoffentlich nicht lange. Er und Schuler wollen nämlich im Glockenbachviertel bleiben und seien bereits auf der Suche nach einer neuen Location (Bravo Bar, Fraunhoferstraße 20, Montag bis Freitag 17 bis 24 Uhr, Samstag ab 12.30 Uhr, Sonntag ab 14 Uhr, www.bar-bravo.com).

Von daher muss man nicht gleich das große Gastro-Sterben im Viertel ausrufen, zumal vergangene Woche unweit der Bravo Bar ein neues Lokal Eröffnung feierte. Das Barrestaurant Soluna in der Hans-Sachs-Straße ist das neue Abenteuer von Pardeep „Lucky“ Singh, der zusammen mit seiner Verlobten Moana Ammann in der Nachbarschaft bereits das A Small Café betreibt.

Moana Ammann ist am Soluna nicht beteiligt, dafür aber ihr Vater Frank Ammann für die Geschäfte im Hintergrund sowie Saurabh Kantiwal, der zusammen mit Singh den Service vor Ort bestreitet. Nachdem Singh mit A Small Café über mehrere Jahre hinweg die Arbeit in einem Tagesbetrieb kennengelernt hat, wolle er sich mit dem Soluna nun in der Nachtgastronomie ausprobieren, wie er im Gespräch erzählt.

Wie beim Sonnenuntergang im Urlaub: Dieses Ambiente will das Soluna in der Hans-Sachs-Straße seinen Gästen bieten.
Wie beim Sonnenuntergang im Urlaub: Dieses Ambiente will das Soluna in der Hans-Sachs-Straße seinen Gästen bieten. Johannes Simon

Das Soluna solle seinen Gästen das Gefühl von Urlaub an mediterranen Küstenorten vermitteln, erklärt Singh, besonders jenen Moment, wenn die Sonne untergeht und man gerade irgendwo am Meer gut isst und trinkt. In der Einrichtung – der Gastraum ist in orange-rotes Licht und Terrakotta-Töne getaucht – wurde der Sonnenuntergang schon mal gut getroffen.

Für die Speisekarte bedeutet „mediterran“, dass verschiedene Einflüsse aus mehreren Landesküchen zusammenkommen, etwa aus Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und der Türkei. Wie bei Tapas oder Meze teilt man sich mehrere kleine Gerichte, zum Beispiel geschmorten Spitzkohl mit Limettenjoghurt, Salbei und Harissa oder verschieden gefüllte Kroketten; es gibt aber auch Hauptgerichte wie Steak vom Iberico-Schwein mit Kräutersoße und Pimientos.

Bei den Getränken hat sich das Soluna auf Cocktails spezialisiert. Singh empfiehlt von der Signature-Karte den „Cape Tripiti“ mit Gin, Honig-Rosmarin-Sirup und einem hausgemachten Likör aus Zitrone und Thymian oder aber seinen persönlichen Favoriten, den „Selini“ aus Gin, Wermut, Apfellikör und Bergamotte (Soluna, Hans-Sachs-Straße 10, Mittwoch und Donnerstag 17 bis 24 Uhr, Freitag 17 bis 2 Uhr, Samstag 9 bis 2 Uhr, Sonntag 9 bis 24 Uhr).

Mittags macht das Soluna Siesta – vom Brunch am Wochenende mal abgesehen. Dagegen bietet das Restaurant Elsa in der Innenstadt ab sofort zusätzlich zum Service am Abend auch einen Mittagstisch von Mittwoch bis Samstag an. Die neue Lunch-Karte klingt erst einmal nach Wirtshausküche: Tafelspitz, Matjes, Fleischpflanzerl und Spinatknödel stehen unter anderem zur Auswahl. Rustikale Hausmannskost sollte man aber trotzdem nicht erwarten, denn für gewöhnlich verpasst das Fine-Dining geschulte Küchenteam jedem Gericht den einen oder anderen Twist.

Ein Beispiel für den Hauptgang: Lachsfilet mit Linsen, Petersilienschaum, Senfsaat und in Sanddorn eingelegtem Sellerie. Entweder bestellt man à la carte, oder aber man kombiniert nach Wahl zwei Gänge zum Menüpreis von 29 Euro. Wer danach noch Platz hat, gönnt sich Käsekuchen mit Rhabarber und weißer Schokolade oder einen Affogato zum Dessert (Elsa, Bräuhausstraße 8, Mittagstisch immer Mittwoch bis Samstag von 11.30 bis 14.30 Uhr, Telefon 089/59998867, www.restaurant-elsa.de).

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