Bar Praterstrand:Neues Strandgefühl

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Zwei Besucher am Praterstrand.

Vom Liegestuhl aus kann man am Praterstrand die Isar beobachten.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der "Nektar Beach" hat nicht nur seinen Namen geändert: Wo man 2012 noch Thunfisch-Wassermelone-Sashimi speiste, soll man nun bei einem Feierabendbier gemütlich beisammen sitzen können. Der neue "Praterstrand" will eine neue Klientel ansprechen - und wird sein schickes Image doch nicht los.

Von Thierry Backes

Zwanzig Zentimeter mehr, und aus dem sogenannten Strand auf der Praterinsel wäre ein echter geworden. Die Isar hat sich Anfang der Woche verdächtig nahe an die Mauerspitze herangetraut, die den Fluss im Normalfall von dem Freiluft-Café auf der Insel trennt. Ein wenig mulmig ist einem noch immer zumute, wenn man sich auf einen der Liegestühle hier fläzt und auf die reißende Isar blickt. Ins Wasser gehen möchte man hier jedenfalls nicht.

Seit Mitte Mai hat der ehemalige "Nektar Beach" einen neuen Pächter und einen neuen Namen: "Praterstrand". An der Location selbst hat sich allerdings wenig geändert: ein paar Zentner Sand, eine lange Bar, ein DJ-Pult, einige Bänke und Liegestühle, ein Grill und ein Mini-Pool für die Füßchen. Auf den ersten Blick irritierend wirken die Waschmaschinen am Eingang; ein Sponsor hat sie dorthin gestellt für die, die Badehose und Handtuch noch am Strand waschen möchten.

Der frühere Nektar Beach litt ein wenig darunter, ein besonders exklusiver Club sein zu wollen. Während der "mediterranen Wochen" im Sommer 2012 konnte man zum Beispiel ein Thunfisch-Wassermelone-Sashimi oder ein Kalbs-Baklava ordern, nach dem Rezept eines israelischen Starkochs.

Diese Zeiten sind nun passé, versichern die Veranstalter des Praterstrands, man wolle diesmal auch die Menschen ansprechen, die einfach nur auf Feierabendbier vorbeischauen wollen. Die tummeln sich bislang eher am Kulturstrand der Urbanauten auf der Corneliusbrücke, vielleicht auch, weil sie von dem zweiten Stadtstrand gar nichts wissen - oder ihn nicht finden. Der Praterstrand versteckt sich im Schatten mächtiger Bäume und ist von der Straße nicht einsehbar.

Das Publikum ist immer noch einen Tick zu schick, was vielleicht auch an der Auswahl der Getränke liegt. Neben diversen Schaumweinen und dem üblichen Aperol Spritz für 6,50 Euro stehen ein Büble Hell oder ein Jever Lime für 3 Euro auf der Karte. Wer den Praterburger (mit Speck und Käse für 9,50 Euro) probieren möchte, muss erst zahlen und dann genau hinhören, wenn der Grillmeister seine Bestellung aufruft.

Der Burger selbst entschädigt dafür: Er ist astronomisch groß und bemerkenswert schmackhaft. Auch die Salate sind zu empfehlen, zudem gibt es "Rettungsringe" (gebackene Calamari) oder einen "Bikini Basket" (Strandkorb mit Karotten, Sellerie und grünem Spargel).

Am Abend wird es auch im Sommer recht schnell recht kalt auf dem Praterstrand. Das Personal reicht einem dann Decken und insistiert freundlicherweise, wenn man ablehnt, aber offensichtlich weiter friert. Wem es unter dem Fleece immer noch zu kalt ist, der kann auch in den angrenzenden Wurzelkeller ausweichen, um ein wenig zu tanzen.

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