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Café & Bar 48:Eine Bar nach allen Regeln der Hipsterkunst

Das Innere des Café & Bar 48 ist in Grün und Schiefer, Rosé und Erdtönen gehalten.

(Foto: Robert Haas)

Im Café & Bar 48 bekommt man 48 verschiedene Gin-Sorten - und einen Eindruck davon, wie es damals war, als die Leopoldstraße noch eine Flaniermeile war.

Es ist eine Weile her, dass die Leopoldstraße die Flaniermeile war, auf der man sehen und gesehen werden wollte. Ganz vorn dabei das Roxy, die Stühle auf der Terrasse zur Straße ausgerichtet, die Fensterfront im Sommer aufgeschoben. Von Brunchzeiten bis Champagnerstunde war etwas los, und selbst als der Glanz Schwabings abblätterte, hielt das Roxy die Stellung. Bis es vor drei Jahren schloss, und an seiner Stelle ein Italiener eröffnete, das Via Appia. Lange machte der es nicht.

Nun gibt es dort das Café&Bar 48. Ein wenig Roxy ist damit auf die Leopoldstraße zurückgekehrt, wenn man so möchte, denn es handelt sich um eine Cafébar mit allem von Frühstück, hausgebackenem Kuchen, Salaten, Sandwiches und Burgern, abends fließt Gin Tonic.

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Gin Tonic scheint nach wie vor das Getränk zu sein, auf das sich in der Stadt jeder einigen kann. Beim Café&Bar 48 gibt es 48 verschiedene Gin-Sorten, von würzig und fruchtig bis hin zu blumig. Sie werden mit einem passenden Tonic und Beigaben wie Zitronenzesten oder auch Thymian oder Oliven gepaart. Das hat seinen Preis, zwischen 11,50 und 16,50 müssen die Gäste zahlen. Wem Gin nicht liegt, der kann sich an einen Highball halten, etwa den "Peach Ice Tea" mit Rum, Pfirsichtee, Honig und Zitrone (13,50). Cocktails gibt es nicht, aber Hugo und Sprizz (7,50).

Innen ist das Café nach allen Regeln der Hipsterkunst gemütlich und stylish eingerichtet. Pflanzentöpfe vor den Fenstern, gemütliche Sitzbankseparées und eine Loungeecke mit Sesseln unter einer floralen Tapete. Und natürlich die Terrasse mit 130 Sitzplätzen. Es sind keine Anfänger, die das Café&Bar 48 verantworten: Betreiberin Anja Hirschberger ist die Tochter des Hans-im-Glück-Gründers. Das 48 sei aber ein unabhängiges Projekt und habe nichts mit der Burger-Kette ihrer Familie gemein, sagt Hirschberger, selbst für die Burger habe man an der Leopoldstraße andere Lieferanten.

Ende März hat das Lokal eröffnet, noch spielt es sich langsam ein. Der Service ist nicht immer der Schnellste, die Tür wird auch mal schon um kurz nach 22 Uhr statt um 1 Uhr geschlossen. Es kommt, wer die Café&Bar 48 im Vorbeiflanieren entdeckt; schicke ältere Schwabingerinnen trinken Kaffee, Kollegen treffen sich auf einen Afterworkdrink, Touristen lassen die Leopoldstraßen-Atmosphäre auf sich wirken. Und den Gin.