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Bar Isses:Betont lässig

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Das "Isses" befindet sich im Keller eines Wohnhauses.

(Foto: Florian Peljak)

Irgendwie skandinavisch und ziemlich viel Do-it-yourself: Im Keller eines Wohnhauses eingerichtet, wirkt das "Isses" wie eine schicke Nachbarschaftskneipe - und überrascht mit besonderem Essen und speziellen Drinks.

Von Anna Günther

Dieser Artikel ist leider nicht mehr aktuell, da es die Bar Isses mittlerweile nicht mehr gibt. An selber Stelle findet man nun die Mynah Bar.

Auf den ersten Blick wirkt das "Isses" wie eine austauschbare Innenstadt-Bar: Rohe Wände, viel Kupfer, Holz und nackte Glühbirnen, irgendwie skandinavisch und ziemlich do-it-yourself. Eine spirituosenlastige Getränkekarte, Cocktails und Essen gibt es auch. Aber besonders soll alles sein und dabei ganz entspannt. Besonders klein ist schon mal das Schild, aber wer die Bar in der Nähe des Elisabethplatzes findet, entdeckt die feinen Unterschiede. Die Treppe führt in den Keller eines Schwabinger Wohnhauses. Bis vor wenigen Monaten aßen im Gewölbe noch Gäste des Lokals "Blaue Donau", das für seine gutbürgerliche Küche bekannt war.

Moritz Meyn legt den Schwerpunkt seit Oktober auf Getränke, das wird beim Betreten des Isses klar: Die Bar dominiert den Raum. Junge Männer dominieren die Bar, halten Whiskey-Tumbler in der Hand und fachsimpeln. Betont lässig, natürlich. In den weißen Gewölben dahinter wirkt das Isses wie eine schickere Nachbarschaftskneipe: Schwabinger Paare Mitte 30 sitzen neben tratschenden Frauen und einer Familie mit Baby.

Die Bar dominiert das Isses

Mit 26 eröffnete Meyn in Frankfurt am Main sein erstes Restaurant und entwickelte mit einem Sternekoch mexikanisches Fastfood weiter. Auch im Isses serviert der 29-Jährige im Teigfladen Hirsch mit Maronenmousse und Preiselbeeren, indischen Spinat oder Falafel. "Übers Essen ziehen wir Gäste heran, aber der Fokus liegt auf unserer Bar", sagt Meyn. Das Argument für die Adresse abseits der Partymeilen? "Man kann bis in die Nacht feiern." Beschwerden sind unwahrscheinlich: Die Kellerwände sind dick, darüber wohnt Getränke-Chef Daniel Antim.

Die Karte nennt er "ganzheitlich", es gibt von allem etwas. "Aber nur Besonderheiten", sagt er. Antim trinkt meist Gin. Elf Sorten stehen auf der Karte, im Kentucky Bourbon Fass reift Tanqueray-Gin nach (5,60 Euro für 4cl). Dass Münchner derzeit vor allem Gin Tonic und Moscow Mule (7,50 Euro und tadellos) trinken, findet er langweilig. Man sollte sich auf Empfehlungen einlassen: Der Isses Margarita (8 Euro) mit El Jimador Tequila, Erdbeeren und Agavesirup schmeckt sogar Fruchtskeptikern. Schokoladenfans sollten den Ron Centenario Rum aus Costa Rica probieren. Der Kakao-Duft lässt fast den Preis (11,90 für 4cl) vergessen.

© SZ vom 05.12.2014/mmo
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