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Band der Woche:Uschi

Beim zwanglosen Jammen entstanden viele Songs der Band, die viel Freude am gemeinsamen Experimentieren hat

Von Johanna Schmidt

"Eine schwierige Entscheidung." So wird das erste Album von Uschi heißen. Wann genau es erscheinen wird, ist noch nicht entschieden und vor allem abhängig davon, wie lange der Lockdown noch andauern wird. Die elf Songs für das Album - und auch die anderen Songs von Uschi - entstanden bei gemeinsamen Proben und beim Jammen. "Ich bin manchmal überrascht, was für gute Songs dabei rauskommen", sagt Charlotte Scheidegger , die Bassistin. Dabei gehen die vier Musiker zwanglos vor. Trafen sich - jedenfalls bis vor dem Lockdown - immer freitags. Manchmal entstanden dabei neue Songs. Und manchmal hatten alle vier einfach nur einen gemütlichen Abend.

Die vier Mitglieder von Uschi kennen sich schon seit mindestens zehn Jahren. Charlotte Scheidegger und Sophie Neudecker sogar seit der ersten Klasse. Also seit etwa 20 Jahren. Sie spielen aber auch alle in anderen Bands, wie Bombo, Apian oder Frank Schepper. Uschi ist dabei so etwas wie ein "Spaßprojekt". Hier wird einfach gespielt. Am liebsten live und öfters auch mal in unterschiedlich großer Besetzung. Die Songs sind so reduziert angelegt, dass sie auch zu zweit umsetzbar sind. So sind Uschi schon auf diversen Münchner Bühnen aufgetreten. Im Feierwerk, Kafe Kult oder auf Straßenfesten.

Dass sich Uschi nicht zu ernst nimmt, ist auch in den Songtexten erkennbar. Manchmal banal, manchmal absurd. Mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Die Songs mal Funk, mittlerweile mehr Punk. "Alles ist Uschi", sagt Schlagzeugerin Sophie und beschreibt damit das Bandkonzept wohl am genausten. Doch auch wenn das Herangehen an die Songs oft zwanglos ist, bedeutet das nicht, dass die Songs hier und da nicht auch eine ernste Message hätten. Wie "Women in the 50ies" oder "Emanze" zeigen. Aber: "Wenn wir dann mal Songs über Schildkröten machen wollen, dann machen wir das eben," erklärt Charlotte.

Über Schildkröten, aber auch über Knäckebrot. Wie im Song "Knäcker Knacker." Zu diesem veröffentlichte die Band vor einigen Monaten auch ihr erstes Video. Für den Dreh hatten sich alle vier plus Kameramann ein Wochenende lang verschanzt. Im Vorfeld des Drehs standen nur die Outfits fest. Der Rest des Videos entstand spontan in der Umsetzung. Und wenn Sänger und Gitarrist Philipp Akrivis hier nicht - bekleidet nur mit einer Schürze - in der Badewanne liegen und Knäckebrot essen würde und Sophie nicht singend auf einem Schrank säße, würde das Setting einfach nur wie ein Besuch bei den Großeltern aussehen.

© SZ vom 15.02.2021
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