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Band der Woche:Peter and the Lost Boys

Peter Büttner und Alexander Weindl haben zusammen studiert, sich dann aber aus den Augen verloren. Erst ihre Jobs brachten sie in München wieder zusammen. Nun spielen und singen sie gemeinsam Folk

Von Anastasia Trenkler

Natürlich kann es auch Zufall gewesen sein, dass Peter Büttner vor mehr als einem Jahr nach München gezogen ist - genau in die Straße Untersendlings, in der auch sein ehemaliger Studienfreund Alexander Weindl wohnte. Doch dass die beiden dann auch noch auf Anhieb einen Proberaum fanden - in der Nachbarschaft und frei von Mietkosten -, das grenzt in einer Stadt wie München schon an ein Wunder. "So war für uns dann eigentlich schon klar, dass wir wieder gemeinsam Musik machen mussten", sagt Peter. Der gebürtige Mühldorfer lernte seinen Bandkollegen Alex noch zu Studienzeiten in Regensburg kennen. Der wiederum war in Passau aufgewachsen und studierte später Soziale Arbeit. Schon als Kommilitonen machten sie gemeinsam Musik, verloren sich dann aber aus den Augen.

Erst ihre jeweiligen Jobs brachten die beiden Musiker nach München - und so auch wieder zueinander. Seit vergangenem Jahr spielen sie als Peter and the Lost Boys Konzerte in und um München. Ihre Texte singen die Folk-Musiker auf Englisch, "weil man sich darin besser ausdrücken kann", wie Alex sagt. Ihre Lyrics erinnern an die frühen Mumford and Sons, ihr zweistimmiger Gesang an Simon & Garfunkel. Peter spielt Geige und singt die Zweitstimme. Alex ist Lead-Sänger und begleitet auf der Gitarre. "Angefangen haben wir als Peter and The Lost Boy - da waren wir noch zu zweit", sagt er. "Mittlerweile haben wir uns noch drei weitere Musiker mit ins Boot geholt, deswegen auch die Namensänderung zu den Lost Boys", ergänzt Peter.

Während des Lockdowns hat die Band ihre erste EP aufgenommen: "Gone" erschien im Juni. Ihren Release feierten die Musiker im Café Gans am Wasser. "Wir haben zu den ersten Bands gehört, die jetzt wieder live auftreten konnten. Das war schon eine besondere Ehre", sagt Peter. Mit ihrer Musik sprächen sie ein gemischtes Publikum an. "Folk gefällt Jung und Alt", sagt Alex. Außerdem sei es genau das richtige Genre für ihre Lyrics. Der Songwriter holt sich Inspiration aus dem eigenen Leben. Häufig verarbeite er auch Erlebnisse aus seiner Arbeit als Sozialpädagoge in den Texten - so auch im Song "I See Your Light".

Ein zentraler Begriff im Folk ist der der Heimat. Doch obwohl Peter und Alex in München ein Zuhause gefunden haben, verbinden beide keinen Ort damit: "Für mich bedeutet Heimat viel mehr eine ruhige Minute am See. Oder das Gefühl, gemeinsam mit der Band auf einer Bühne zu stehen", sagt Peter. Alex nickt. Beide könnten sich nicht vorstellen, als Solokünstler aufzutreten. "Dann gäbe es ja niemanden, mit dem man all das teilen kann", sagt Alex. Coronabedingt sind einige ihrer Auftritte ausgefallen. Dennoch bleiben die Musiker zuversichtlich. Mit neuer Besetzung und weiteren Songs in Planung, würden sie sich nun freuen, wieder Konzerte zu spielen - soweit es die aktuelle Situation eben zulässt.

© SZ vom 20.07.2020

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