Band der Woche:Not a Rapper

Das Münchner Duo "Not a Rapper" setzt auf den Gestus der Verneinung - und hat nun seine erste Single samt Video produziert

Von Sabrina Ahm

Der Beat klopft im Hintergrund. "I can feel my heart beating", singt Rafaella Bucher, 25, dazu. Der Sound steigt langsam ein und greift gleich nach dem ersten eingängigen Rhythmus. Der führt direkt zur Hook-Line von "Drip Drop". Not a Rapper ist verantwortlich für diesen eingängigen Ohrwurm, begleitet von den gebastelten Beats von Not a Producer.

Hier trifft Antithese auf Antithese. Rafaella sieht sich selbst nicht als Rapperin, für sie stehe der Gesang im Vordergrund. "Deswegen einfach alles andere als ein Rapper", sagt Rafaella. Ähnlich verhält es sich auch bei Sasha Gontcharov, 23. Denn er sieht sich ebenso wenig als Producer. Erst durch Rafaella habe er wirklich angefangen zu produzieren. Beide kommen aus der eher klassischen Richtung. Rafaella hat mit Operngesang angefangen, als sie gerade erst zehn Jahre alt war. Später ist sie auf Jazz-Gesang umgestiegen. Sasha spielt Klavier, seit er vier Jahre alt ist - danach war er in einer Big Band, jetzt spielt er auch Gitarre. Zusammen entschieden sie sich, eine neue Richtung auszuprobieren und experimenteller zu werden.

Erst durch Sasha fing Rafaella an, Texte zu schreiben. Nur mit Rafaella an der Seite, kommt Sasha voran beim Beats bauen. "Wir erarbeiten uns das alles zusammen", sagt Sasha. Rafaella lacht. Sie werfe beim Produzieren immer wieder ein, welches Geräusch noch in den Track reinpasse, sagt sie. Sie imitiere dann das Geräusch. "Dann sucht er und weiß genau, wie das heißt und wo man es findet", sagt Rafaella. Die beiden ergänzen sich perfekt. "Rafaella hat die optimistische Energie, die alles vorantreibt. Und ich bringe gern alles wieder auf den Boden. Da ergänzen wir uns eben vollgut", erklärt Sasha.

Ihre erste eigene Single "Drip Drop" handelt von Rafaellas ersten Liebeskummer. Vom Hinwegtanzen. "Dieser Abschnitt, es fängt etwas Neues an, man ist immer noch traurig, aber man ist bereit für etwas Neues und tanzt sich einfach den Kopf frei", beschreibt Rafaella. Das Duo ist motiviert, endlich gehört zu werden. Und auch die nächste Single stehe schon bereit. Eine Sommer-Single soll es werden - und so wie im Sommer soll Genuss das Haupthema sein.

Selbst wenn es länger dauert, wollen sie keinen Track vorschnell veröffentlichen. Sehr viel Zeit stecken sie in ihre Musikvideos. "Wir wollten einfach nichts veröffentlichen ohne Musikvideo", sagt Rafaella. "Wir wollen uns einfach ein Fundament aufbauen, auf dem wir wirklich weitermachen können." Auch die Kosten bleiben da nicht klein, beide finanzieren das meiste durch Nachhilfe.

© SZ vom 12.07.2021
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