Süddeutsche Zeitung

Band der Woche:Luca Grace

In ihren Liedern geht es um die Liebe

Von Amelie Völker

Gemeinsames Musikhören mit jemandem, den man lieb hat, gehört eindeutig zu den schönsten Dingen, die das Leben so zu bieten hat. Das Rolling Stone Magazin berichtete kürzlich von einer amerikanischen Studie, die belegt, dass sich gemeinsames Musikhören positiv auf zwischenmenschliche Beziehungen auswirke. Klar: Beim Musiklauschen mit Verbündeten werden Musikgeschmäcker beeinflusst, Erinnerungen geteilt oder unvergessliche Momente nachhaltig vertont.

Bei der Münchner Musikerin "Luca Grace", 22, die mit vollem Namen Luca Grace Kampmann heißt, war das mit ihrer Oma so. "Früher, als alle noch geschlafen haben, habe ich mit meiner Oma im Wohnzimmer Tee getrunken und ihre alten Platten gehört", sagt Luca Grace. Vor allem die Klassiker wie Louis Armstrong oder Nina Simone hatten es den beiden angetan. Diese frühe Prägung hat auch ihren eigenen Musikgeschmack nachhaltig beeinflusst: "Jazz ist mein absolutes Lieblingsgenre", sagt Luca Grace. Und das hört man auch in ihren eigenen Songs.

Ihre Lieder schreibt die junge Musikerin selbst. Sie lauten "Roses", "Promises" oder "Too Late" und es geht, klar, um die Liebe. "Für mich ist Musik wie Therapie oder ein Ventil. Ich schreibe meine Songs über das, was ich so erlebe", sagt sie. "Roses" und "Promises" starten beide mit prägnanten und langsamen instrumentalen Sätzen, die sich als starke Backbeats durch die Songs ziehen. Darüber liegt, facettenreich und ja, fast jazzig, Luca Grace' Stimme, die eine sehr warme Färbung innehat. Kreiert wird ein harmonischer R & B-Sound. Ihr jüngst veröffentlichter Song "Too Late" geht dagegen mehr in eine poppige Richtung - frisch und eingängig.

Die Sängerin selbst würde ihren Musikstil als "unterschiedlich und überraschend" beschreiben. Sie wolle sich nicht auf ein Genre beschränken. "Ich weiß nie, was als nächstes kommt." Eines ist jedoch sicher: Nächstes Jahr im März soll ihre erste EP erscheinen.

Luca Grace ist mit viel Musik in ihrem Umfeld aufgewachsen. Der Großvater war Stummfilmmusiker. Der Vater ist Sänger. Schon früh wusste Luca Grace, dass auch sie mit ihrer Stimme auf die Bühne will. "Ich war dieses Mädchen in der Klasse, das immer singt und habe damit alle anderen genervt", sagt sie und lacht. Auf der Fachoberschule sang sie in der Schülerband. Momentan macht sie eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin. Aber eigentlich ist die Solokarriere ihr Traum: "Musik ist das, wovon ich leben möchte".

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Quelle:
SZ vom 12.10.2020
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