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Band der Woche:JOHVNN

Bei Johann von Dagg, der sich als Musiker JOHVNN nennt, hielten unabsichtlicher Weise Melodien der Achtzigerjahre Einzug in seine Songs

Von Johanna Schmidt

Als Miley Cyrus im vergangenen Jahr den Song "Midnight Sky" veröffentlichte, war das wohl einer der Höhepunkte des großen Eighties-Revivals. Auch Popgrößen wie The Weekend ließen immer wieder Referenzen zu Kim Wilde, Genesis und anderen Vertretern dieses Jahrzehnts erkennen.

Bei Johann von Dagg, der sich als Musiker JOHVNN nennt, hielten die Melodien der Achtzigerjahre auch Einzug in seine Songs, wenn auch eher unabsichtlich. Eigentlich hört der 27-jährige Musiker eher Emo-Rap, Post-Punk, vor allem aber sehr viel Musik aus dem Norden. Genauer gesagt aus Island. Dabei handelt es sich dann natürlich auch um Björk oder Hatari.

Johann selbst kommt aus Chicago und ging mit 17 nach Deutschland. Um hier zu studieren. Skandinavistik. Und so ergibt die Affinität für nordische Popelfen auch wieder Sinn. Für ihn hat Musik aus Island, aber auch aus Schweden oder Norwegen einen besonderen Sound, einen ganz speziellen Vibe. "Sie ist zurückhaltend und kühl, aber auch sehr tief und reichhaltig", sagt er. Als zurückhaltend kann man die Achtzigerjahre, rein musikalisch, vielleicht nicht bezeichnen, als reichhaltig aber schon. Wenn all das in Johanns Musik zusammen kommt, entstehen Songs wie "London" oder "It's not too late", die sich am besten mit diesen drei Worten beschreiben lassen: Synthies, Hall und Tiefe.

In diesen Songs kommt auch sein Fokus auf Melodien - die bei ihm immer die Basis eines Songs im Schreibprozess bilden - heraus. "Manche Emotionen, die ich nicht in Worte fassen kann, können für mich nur in Melodien stattfinden", begründet er sein Vorgehen.

Artverwandte Musik, wie beispielsweise Depeche Mode begann er erst zu hören, als Freunde ihm sagten, dass seine Musik ähnliche Stimmungen transportiere. Zumindest sagt er das. Johann selbst aber will sich nicht zu sehr einem bestimmten Genre oder einer bestimmten Band verschreiben. Er will ausprobieren. Bereits vor seinem Soloprojekt spielte er, mit 14, in einer Metalcoreband, anschließend machte er Death- dann Prog-Techmetal.

Jetzt alleine Musik zu machen, soll für ihn auch dahin führen, den Sound weiterzuentwickeln, der ihn berührt. "Ich komme immer mehr dahin, in Songs zu sagen, was ich sagen will. Und somit auch mehr zu mir selbst", beschreibt er seine musikalische Entwicklung.

© SZ vom 21.06.2021
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