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Band der Woche:Drumberg

Nicolas Rebouskos und Béla Baumann machen seit zwei Jahren zusammen Musik. Auf ihrem Debütalbum "Flowmarkt" spielen sie gern mit Worten

Von Sabrina Ahm

Wo ist München? Wohl jedem fällt zu dieser Frage ein anderer Ort ein. Eine eigene Stimmung. Die paar schönen, die paar nervigen Momente, die einem die Stadt bereitet hat. München ist ein Gefühl. Drumberg verpacken dieses Gefühl am liebsten in ihre Tracks.

Wenn von Drumberg die Rede ist, dann ist nicht der Fahrradweg am Untergiesinger Mühlbach gemeint, sondern vielmehr die zwei jungen Münchner Nicolas Rebouskos und Béla Baumann, die seit zwei Jahren zusammen Musik machen. Im vergangenen Mai erschien das Debütalbum des Duos mit dem Titel "Flowmarkt". Schon bei diesem Albumtitel wird dem Hörer klar: Die beiden Musiker spielen gern mit Worten. Die Drums passen zu Drumberg, sowie der Flow wohl am besten ihr Album beschreibt. Ganz leicht werden eingängige Passagen auf Hip-Hop-Elektro-Beats gerappt. Zwischen den Texten schlängeln sich die melodischen Klänge dahin und wechseln sich ganz gekonnt mit den Drums ab. Die rhythmischen Elemente sorgen für die richtige Portion Kopfnicken und transportieren den Beat genau dahin, wo er hinwill.

Für beide junge Männer ist der Musikalltag nicht neu, denn schon bevor sie sich ganz durch Zufall zusammengetan haben, haben sie schon jeweils selbst Beats produziert. Nur das Rappen haben sie erst zusammen in ihre Musik eingesponnen, dabei wechseln sie sich von Track zu Track ab. Ihre Texte entstehen, wie Nicolas sagt, meist "ganz spontan" und sind nicht selten von den Münchner Straßen und Plätzen inspiriert. Besonders die Isar ist für beide ein wichtiger Teil der Stadt. Und so haben sie ihrem Ufer einen eigenen Track gewidmet: "Isarufer".

Im Musikvideo zu diesem Stück schwingt genau jene Leichtigkeit und der Spaß an der Sache mit, die Drumberg auch mit ihrer Musik ausstrahlen. Im Fokus stehen für sie, wie Béla sagt, "die jungen Menschen in München und wo sie ihren Platz haben". Eine Art "Hass-Liebe", wie Nicolas es nennt, erfüllt die beiden Musiker, wenn sie über ihre Stadt sprechen. Denn neben den ganzen schönen Winkeln und Ecken, ist da eben auch die Gentrifizierung, die die Jugend maßgeblich prägt. Der Grund? Zwischen den vielen Luxussanierungen finden immer weniger Münchner Platz. Besonders im Song "3h nachts" kommt dieser kritische Blick mit Zeilen wie "unsere Plätze werden geraubt und Arschlöcher werden reicher" zum Vorschein.

Im Moment haben die Musiker noch kein Label und setzen alles alleine um. Noch genießen sie aber diese Unabhängigkeit und machen so gut wie alles aus ihren Zimmern heraus. Der Song "Lockdown" ist sogar ganz coronakonform ohne eine einzige Begegnung fertig produziert worden. Auch wenn das alles ganz gut funktioniert, können sie es natürlich kaum erwarten, ihren ersten Gig hinter sich zu bringen und einen ganz neuen Platz, nämlich den in Münchens Venues zu finden.

© SZ vom 10.05.2021
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