Band der Stunde: AleekoDer ideale Sound für den Sommer in der Stadt

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Alex Schweinhuber verbreitet mit seiner Musik städtische Sommer-Vibes – aufgespürt beim Skaten in Barcelona oder München.
Alex Schweinhuber verbreitet mit seiner Musik städtische Sommer-Vibes – aufgespürt beim Skaten in Barcelona oder München. (Foto: Michael Weiner)

Aleeko hat beim Skaten viel fürs Leben gelernt – und für seine Musik. Beim Sport hat er sich angeeignet, „sich nicht unterkriegen zu lassen“. Dementsprechend unbeschwert klingen seine Songs.

Von Amelie Völker

Ein Sommernachmittag in Barcelona. Die Wärme staut sich in den Gassen. Zwei Freunde mit zwei Skateboards. Ein Moment, bei dem einfach alles passt. Ein Tag, der dafür da ist, um in ihn hineinzuleben. So flüchtig ist ein solcher Augenblick, so bleibend ist der Song, der genau dort entstanden ist: „Wir mussten über diese Zeit, weil sie so cool war, einfach einen Song schreiben“, sagt der Münchner Musiker Aleeko, 26, über sein Lied „Cornern“.

Mit einem Freund war er zum Skaten in Spanien. „Barcelona ist einfach zum Skaten gemacht“, sagt er. Beim durch die Straßen ziehen, stets auf der Suche nach dem nächsten guten Platz zum Skaten, haben sie gemeinsam die Songzeilen gereimt. Und das spürt man auch, wenn man den Song hört. Städtische Sommer-Vibes, spontan und unbeschwert. Und noch dazu mit einer ziemlichen Ohrwurm-Garantie.

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Generell sind Aleekos Songs wie die Skateboard-Videos auf seinem Instagramprofil: Lässig, locker, unaufgeregt, aber auch mit Professionalität, Talent und gutem Timing. Mit seinen deutschsprachigen Indie-Pop-Songs wie „Cornern“, „Skyr“ oder „Opel Corsa“ kreiert der Musiker, der mit richtigem Namen Alex Schweinhuber heißt, einen Vibe, der ganz wunderbar zu entspannten Sommertagen und Sommernächten passt. Sei es nun in Barcelona oder in München.

„Der Lifestyle Skaten steckt sicherlich automatisch in meinen Songs“, sagt Alex Schweinhuber. Seit er zehn ist, steht er auf dem Board: „Für mich ist Skaten ein Sich-selbst-Finden, sich nicht unterkriegen zu lassen. Man muss tausendmal wieder aufstehen, weil man so oft hinfällt“, sagt er. „Man lernt dadurch auch einiges fürs Leben. Und findet viele Gleichgesinnte.“ Womit er sich weniger identifizieren kann, ist das Prollige, Machomäßige, das in der Skater-Kultur teilweise auch immer noch vorhanden sei, sagt er.

Neben seiner Skate-Leidenschaft und seiner Musik studiert Alex Schweinhuber Soziale Arbeit in München und hat als Nebenjob gemeinsam mit Kommilitonen ein soziales Musikprojekt namens „Beatbag“ gegründet. Hiermit gehen sie in Jugendeinrichtungen, um mit finanziell und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Musik zu machen und Songs aufzunehmen. „Das ist nicht als klassischer Musikunterricht gedacht“, sagt Alex Schweinhuber, „sondern jeder, der Bock hat, Musik zu machen, kann da teilnehmen.“

Das von der Stiftung „Chancen für Kinder“ finanzierte Projekt funktioniert als eine Art mobiles Tonstudio, das es musikbegeisterten Kindern und Jugendlichen kostenlos ermöglicht, erste eigene Songs aufzunehmen, zu rappen oder Beats-Bauen zu lernen und sich an neuen Instrumenten auszuprobieren. „Es gibt kaum einen besseren Job: Mit Musik Menschen zu helfen ist wunderschön“, sagt Alex Schweinhuber.

In seiner Musik hat Aleeko definitiv eine Entwicklung hingelegt. Die Stimmung in seinen ersten Singles wie „so klein so groß“ oder „Leben gönnt“ ist in den Texten und in der Instrumentalisierung eher melancholisch, eher zurückhaltend. Mit den früheren Songs kann er sich heute gar nicht mehr so gut identifizieren: „Ich mag die Songs noch von der Bedeutung, die sie für mich haben, aber im Rückblick hätte ich einiges anders gemacht“, sagt er.

Spätestens mit seinem Song „Skyr“ scheint er seinen Sound gefunden zu haben. „Ab da habe ich irgendwie herausgefunden, wie ich authentisch Musik machen und wie ich meine Gefühle und mich besser ausdrücken kann.“ Das gelingt trotz aller Lässigkeit bei „Skyr“ erstaunlich gut. Und dass, obwohl er dieses Milchprodukt gar nicht sonderlich gerne mag. „Ich esse nie Skyr“, sagt er und lacht. „Aber der Reim und die Metapher haben an der Stelle einfach perfekt gepasst.“

Aleekos Songs entstehen fast alle in kompletter Eigenriege, auch die Instrumente wie Gitarre spielt er selbst ein. „Live habe ich dann meistens einen Gitarristen dabei, weil ich leider nicht so gut Singen und Gitarre spielen gleichzeitig kann“, sagt Alex Schweinhuber.

Zu dieser sympathisch ehrlichen Aussage passt auch, dass er vor seinem ersten Auftritt im Lost Weekend schon Monate davor sehr aufgeregt war. „Der Gedanke vor Menschen auf der Bühne aufzutreten, war für mich sehr Furcht einflößend. Aber am Ende haben die Menschen das gefeiert und das war ein so schönes Erlebnis.“ Sich zu überwinden, für das, was man gerne tut – sei es nun beim Skaten oder beim Musikmachen – das sind für Alex Schweinhuber „die wichtigsten Momente im Leben“.

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