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Bahnhofsviertel:Feuerwehr rettet 31 Gäste aus Hotel

Der Brand in der Landwehrstraße war im Saunabereich ausgebrochen

Von Martin Bernstein

Rauch und Flammen, Hotelgäste, die auf der Straße Schutz suchen, ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei mitten im belebten südlichen Bahnhofsviertel: Dramatische Szenen haben sich in der Nacht zum Samstag nach Berichten von Augenzeugen in der Landwehrstraße im südlichen Bahnhofsviertel abgespielt. Nach einem Saunabrand musste ein Hotel geräumt werden.

Gäste und Angestellte des Hotels "Atlas" bemerkten gegen 2.30 Uhr Rauch und alarmierten Feuerwehr und Polizei. Als die Helfer eintrafen, schlugen Flammen nach Angaben eines Feuerwehrsprechers aus den Kellerfenstern des Innenhofs. Ein Hotelangestellter hatte laut Polizei bereits begonnen, das fünfstöckige Gebäude zu evakuieren. Mehrere Hotelgäste seien den Einsatzkräften hilfesuchend entgegengelaufen, so die Feuerwehr. Sie wurden sofort aus dem Gefahrenbereich in die Lobby eines gegenüber liegenden Hotels begleitet, das zum selben Unternehmen gehört. Weitere Gäste waren noch im Rezeptionsbereich. Auch sie wurden im anderen Hotel untergebracht. Einem Hotelbewohner hatte der Rauch bereits den Fluchtweg abgeschnitten. Feuerwehrleute mussten ihn über eine tragbare Leiter aus dem ersten Obergeschoss führen.

Insgesamt wurden 31 Menschen in Sicherheit gebracht und von Mitarbeitern des Rettungsdienstes untersucht. Sechs von ihnen wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung vorsorglich in Münchner Krankenhäuser zur weiteren Behandlung eingeliefert, außerdem einer der eingesetzten Polizisten.

Da der genaue Brandort von außen zunächst nicht eingrenzbar war, entschied der Einsatzleiter, über zwei verschiedene Treppenhäuser in den Keller vorzudringen. Der Brand war, wie sich zeigte, im Bereich der Sauna ausgebrochen. Hohe Temperaturen und starker Rauch erschwerten die Brandbekämpfung. Zu allem Unglück machte eine geplatzte Heißwasserleitung die Löschmaßnahmen zusätzlich kompliziert. Die Stadtwerke mussten die Wasserzufuhr zum Gebäude stilllegen. Parallel zu den Löschmaßnahmen kontrollierten mehrere Einsatzkräfte alle Zimmer des Hotels um sicherzustellen, dass sich niemand mehr im Gebäude befand. Außerdem wurden zwei Nachbargebäude kontrolliert, da die Rauchentwicklung im Innenhof auch diese betraf. Zwei Wohnungen mussten belüftet werden, weil Qualm über gekippte Fenster eingedrungen war. Erst um 5 Uhr morgens rückte die Feuerwehr aus der Landwehrstraße ab.

Zur Brandursache hat das Fachdezernat der Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Derzeit gilt ein technischer Defekt in der Sauna am wahrscheinlichsten. Sauna und türkisches Hamam schließen nach Angaben auf der Homepage des Hotels um 22 Uhr. Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt.

© SZ vom 05.08.2019
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