Modellautos, historische Plakate und Verkaufsprospekte, Rennsport-Erinnerungen, Ersatzteile: Als Automobilien werden Sammelobjekte bezeichnet, die einen Bezug zu Autos und anderen Fahrzeugen haben. Interessierte an dieser speziellen Gattung der Memorabilien finden am Sonntag, 1. März, in der Motorworld in München-Freimann zusammen. Von 10 bis 16 Uhr findet im Dampfdom, der mehr als 1000 Quadratmeter großen Eventhalle im ersten Stock des Automobilerlebniszentrums, die Automobilia München statt.
Es ist das zweite Mal, dass die Veranstaltung an diesem Ort abgehalten wird. Im vergangenen Jahr kamen knapp 60 Aussteller, in diesem Jahr sollen es etwas mehr werden. Eingeladen sind gewerbliche Händler und Privatpersonen; einen Tisch aufzustellen, kostet 40 Euro, den Quadratmeter Ausstellungsstand gibt es für 35 Euro netto. Außerdem gibt es eine Fläche, auf der gebrauchte Fahrzeuge präsentiert und zum Kauf offeriert werden können (für 100 Euro netto pro Ausstellungsstück).
„Eingeladen sind Auto- und Motorradenthusiasten, Sammler, Restauratoren und alle, die ein Interesse an Automobilen, Motorrädern und ihrer Historie haben“, heißt es in der Ausschreibung. Die Automobilia München gibt es seit den 1970er-Jahren.
Ursprünglich initiierten die Börse zwei Sammler – in den Nebenzimmern von Gaststätten. Ende der 1970er-Jahre fand sie einen passenderen Rahmen: Sie zog in die Kantine des sogenannten Vierzylinders, dem Verwaltungsgebäude des BMW-Konzerns am Olympiapark. Mehr als hundert Tische wurden zu dem Anlass mit den Jahren dort aufgebaut, Anbieter aus Italien und den Niederlanden kamen hinzu.

Am Anfang war es hauptsächlich um Auto-Literatur gegangen, mit der Zeit spielten auch Modellautos eine immer größere Rolle. Anfang der 1990er-Jahre endete das Kontinuum in der Kantine, die Veranstaltung zog um: ins ADAC-Haus, in verschiedene Veranstaltungsräume. 2009 dann die Rückkehr zu BMW: erst ins Museum, dann in die BMW Welt. Die Corona-Pandemie beendete die Tradition. Erst 2025 folgte der Neustart in der Motorworld.
Die Szene hat sich in all den Jahren deutlich verändert. Früher ließen die Autofirmen ihre Verkaufsprospekte zum Teil von bekannten Grafikern gestalten. Bernd Reuters (1901–1958) und Walter Gotschke (1912–2000) waren große Namen. Wer sich ein exklusives Auto leistete, der legte nicht selten auch wert darauf, die entsprechenden Druckwerke dazu zu besitzen.

Diese Zeiten sind vorbei. Seit einigen Jahren drucken die Firmen so gut wie gar keine Kataloge mehr. Die Markenpflege: Sie findet zunehmend digital statt.
Bei den Modellautos lässt sich ein anderer Trend beobachten: Die Masse schwindet, aber das hochpreisige Segment blüht. Für Mini-Mobile japanischer Spezialisten werden mehrere hundert Euro aufgerufen. Für historische Prospekte von Luxusmarken wie Ferrari werden bei Versteigerungen mitunter fünf- oder gar sechsstellige Beträge gezahlt.

Wie bei jeder Art von Memorabilien erschließen sich auch bei Automobilien die Werte oft nur den wahren Liebhabern. Erst kürzlich erzielte ein von Enzo Ferrari signierter Brief aus dem Jahr 1956 an den relativ unbekannten belgischen Rennfahrer Jacques Swaters bei einer Online-Auktion mehr als 50 000 Euro.
Dass die Automobilia jetzt stattfindet, ist kein Zufall: Die meisten Sammlerfahrzeuge, von denen es rund um München besonders viele gibt, halten noch Winterruhe. Der Saisonauftakt für die Freiluftsaison begeht die Motorworld Anfang Mai mit einem Motortreff.

