Autobahn bei München A 99 soll achtspurig ausgebaut werden

Eine der am dichtesten befahrenen Autotrassen Bayerns soll entlastet werden: Die A 99 zwischen dem Kreuz München-Nord und der Anschlussstelle Haar soll von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Doch ob der Bund das Geld aufbringen kann, ist unklar.

Von Anna Günther und Marco Völklein

Der Freistaat bringt den Ausbau der A 99 zwischen dem Kreuz München-Nord und der Anschlussstelle Haar voran - zumindest auf dem Papier. Die Regierung von Oberbayern hat - nach einem Antrag der Autobahndirektion Südbayern - das Planfeststellungsverfahren eröffnet. Das Anhörungsverfahren für die Anliegerkommunen München, Unterföhring, Ismaning und Aschheim läuft bereits. Geplant ist, den derzeit sechsspurigen Abschnitt auf acht Fahrspuren zu erweitern. Dazu haben die Planer die 18,6 Kilometer lange Strecke in drei Bereiche unterteilt, für den ersten, nämlich den vom Autobahnkreuz Nord bis zur Anschlussstelle Aschheim/Ismaning, läuft nun das Genehmigungsverfahren.

Wenn Fernsehreporter Bilder von langen Urlaubsstaus filmen wollen, kommen sie gerne zur A 99. Doch auch an normalen Wochentagen herrscht hier viel Verkehr.

(Foto: Claus Schunk)

Der Ausbau soll eine der am dichtesten befahrenen Autotrassen Bayerns entlasten. Bis zu 140.000 Kraftfahrzeuge nutzen täglich diese Strecke, in Ferienzeiten sind es bis zu 160.000. Wenn TV-Reporter Urlauberstaus filmen wollen, stellen sie sich gerne auf eine der Brücken über die A 99. Auch die 2005 eingeführte temporäre Freigabe der Standspur konnte die zahlreichen Staus kaum mindern.

Schon beim Bau der A 99 in den siebziger Jahren hatten die Planer an eine Erweiterung gedacht: Damals legten sie den Bereich zwischen beiden Fahrbahnen überbreit an, um Platz für einen späteren Ausbau freizuhalten. Auch die Brücken wurden breiter dimensioniert. Bei einem Ausbau auf acht Spuren müssten entlang der Freimanner Auensiedlung und rund um die Ausfahrt Aschheim/Ismaning zusätzliche Lärmschutzwände gebaut werden. Außerdem soll auf allen Fahrbahnen sogenannter "Flüsterasphalt" aufgebracht werden. Die zuschaltbare Freigabe der Standstreifen soll beibehalten werden.

Wolfgang Wüst, Planungschef der Autobahndirektion Südbayern, schätzt die Gesamtkosten des Ausbaus auf 147 Millionen Euro, der erste Abschnitt soll etwa 50 Millionen Euro kosten. Unklar ist aber, ob der Bund, der für den Autobahnbau zuständig ist, das Geld aufbringen kann. Im aktuell gültigen Bundesverkehrswegeplan aus dem Jahr 2001 sind für die Maßnahme 44 Millionen Euro vorgesehen; zudem ist sie in der höchsten Kategorie eingestuft.

Doch dieser Plan ist keineswegs verbindlich. Und im Entwurf eines Investitionsrahmenplans des Bundesverkehrsministeriums für die nächsten Jahre sei der Ausbau nicht vorgesehen, sagt Anton Hofreiter (Grüne), der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses. Zumal zahlreiche andere Bauvorhaben in Südbayern in Konkurrenz dazu stehen - etwa der Ausbau der A 92 oder die Erweiterung der A 9 nördlich des Autobahnkreuzes Neufahrn.

Wüst hofft dennoch, im Jahr 2013 bauen zu können. Wann die beiden anderen Planungsabschnitte bis zur Anschlussstelle Haar angegangen werden könnten, ist offen. Klar ist nur: Sollte der Ausbau der A 99 kommen, dann will Wüst auch den Umbau der Anschlussstelle Aschheim/Ismaning anpacken. Diese Ausfahrt, die im Berufsverkehr oft heillos überlastet ist, wollen die Planer an die Kreisstraße M 3 verlegen und mit einer aufwendigen Brückenkonstruktion an die Bundesstraße 471 anbinden. Die Baugenehmigung dafür liegt seit Juli 2010 vor. An den für den Umbau benötigten 25 Millionen Euro mangelt es aber bislang.