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Auto rast in Kindergarten:Durch die Wand

Das Gas mit der Bremse verwechselt: Ein 80-Jähriger ist mit seinem Auto in einen Kindergarten gerast - und hat nur knapp eine Gruppe von Kindern verfehlt.

Dieser Unfall hätte in einer Katastrophe enden können. "Aber wir hatten 16 Schutzengel", sagt Irina Dimou, die im Münchner Osten an der Waldtruderinger Straße die private Kinderkrippe "Dorotheas Däumling" betreibt. Am Dienstagmorgen, gerade als die Kinder beim Weihnachtsfrühstück mit Plätzchen und Tee saßen, krachte ein Mercedes durch die Glaswand in das Gebäude. Kaum einen Meter vom Tisch entfernt, an dem die Kinder saßen, kam er zum Stehen. Weder die elf Kleinkinder, die sich im Raum befanden, noch die zwei Betreuerinnen wurden verletzt.

Der 80-jährige Rentner, der am Steuer saß, hatte an der Kreuzung zur Wasserburger Landstraße an der roten Ampel halten wollen, dabei aber nach Polizeiangaben das Brems- mit dem Gaspedal verwechselt. Der schwere Mercedes driftete zur Seite, schob zwei vor dem Haus aufgestellte Steinpoller vor sich her, krachte durch die Glasscheibe und riss die Heizung aus der Verankerung.

Für die Kinder war der Unfall eher spannend

Die Betreuerinnen hätten zwar einen Schock erlitten, sagt Irina Dimou, die zu diesem Zeitpunkt zuhause im Büro gearbeitet hatte, "aber sie haben trotzdem ausgezeichnet reagiert". Sie brachten die Kinder in eine im Haus gelegene Arztpraxis, "aus der Gefahrenzone heraus". Schließlich tropfte Treibstoff aus dem Tank des Wagens. Beim Arzt konnten die Eltern ihre Kinder abholen.

Die Kleinen hätten das Ganze eher spannend gefunden, erzählt Irina Dimou, die selbst vier Kinder hat. "Dass die Feuerwehr anrückte, gefiel den meisten recht gut." Ihre Krippe, in der 24 Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreut werden, hatte sie erst im vergangenen Jahr aufgemacht. Am Nachmittag, als die große Glasfront notdürftig verschalt wurde, stand sie buchstäblich in den Trümmern ihrer Existenz. Einen Raum kann sie noch nutzen, der andere muss komplett renoviert werden. Der Boden ist mit Öl und Glassplittern verschmutzt. "Aber Hauptsache, es ist niemandem etwas passiert."