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Auszeichnung:Literaturpreise des Freistaats

Dana von Suffrin beim "Wortspiele" Literaturfestival in München, 2020

Dana von Suffrin ist eine von vier PreisträgerInnen.

(Foto: Robert Haas)

Von Barbara Hordych

Vier junge Künstlerinnen und Künstler erhalten in diesem Jahr den bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur. Die mit je 6 000 Euro dotierte Auszeichnung geht an Dana von Suffrin und Lisa Jeschke aus München, Andreas Thamm aus Bamberg sowie Lisa Frühbeis aus Augsburg, wie Kunstminister Bernd Sibler (CSU) am Sonntag in München mitteilte. Die Auszeichnung würdige "die kreativen Leistungen unserer Nachwuchsschriftstellerinnen und -schriftsteller im Freistaat", sagte Sibler. Die Literaten wurden von Fachjurys vorgeschlagen, sind zwischen 1985 und 1990 geboren und erfüllen damit die Vorgabe, nicht älter als 40 Jahre zu sein. Frühbeis, die sich mit Jeschke einen Preis teilt, sei eine der markantesten Protagonistinnen der jungen deutschen Comic-Szene und nun für den Sammelband ihrer im Internet und im Berliner Tagesspiegel erschienenen Comic-Kolumne "Busengewunder" ausgezeichnet, ließ die Jury verlauten. Jeschke wiederum habe man für ihren Lyrikband "Die Anthropologie der Gedichte betrunkener Frauen" geehrt - die Gedichte brächten mit Wucht alte Themen wie Politik, Liebe, Identität, Paarbeziehung in eine neue, geschlechtsübergreifende Perspektive, befand die Jury. Thamm wurde für sein Jugendroman-Debüt "Heldenhaft" ausgezeichnet, der Jury zufolge ein trefflich geschriebener Coming-of-Age-Roman.

Von Suffrin überzeugte die Jury mit ihrem Romandebüt "Otto", einer komplizierten, fragmentarischen Familiengeschichte. Mit dieser setze sie nicht nur ihrem Vater ein unsentimentales Denkmal, sondern verknüpfe mit schwarzem Humor auch so unterschiedliche Themen wie dysfunktionale Familien, jüdisches Leben in München, Alter und Krankheit, hieß es weiter. Die Autorin hat mit der Auszeichnung doppelten Grund zur Freude: Denn für ihr Werk erhielt sie bereits in der vergangenen Woche einen der Förderpreise der Vera und Volker Doppelfeld-Stiftung für literarische Debüts, die heuer erstmals im Münchner Literaturhaus vergeben wurden.

© SZ vom 21.09.2020

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