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Ausstellung:Vater, Mutter, Kind

Zu Raffaels 500. Todestag in der Alten Pinakothek geht es um die "Heilige Familie". Die Eröffnung der bedeutenden Schau war Anfang April dem coronabedingten Lockdown zum Opfer gefallen - nun ist sie endlich zugänglich.

Einfach nur "Raffael 1520-2020" heißt die Auseinandersetzung, die anlässlich des 500. Todestages des großen italienischen Meisters in der Alten Pinakothek ausgerichtet wurde und deren Eröffnung Anfang April dem coronabedingten Lockdown zu Opfer gefallen war. Seit einigen Tagen ist die Ausstellung im Florentiner Saal endlich zugänglich.

Raffael - wer würde den 1483 in Urbino geborenen Raffaelo Sanzio auch bei seinem vollen Namen nennen - erlangte mit seinen zahlreichen Tafel- und Wandbildern, die er in nur wenigen Jahren schuf, Weltruhm, der bis heute andauert. Im 19. Jahrhundert wurde ihm gar Kultstatus zugeschrieben, Ludwig I. und sein Galeriedirektor Johann Georg von Dillis verehrten ihn als "König von der Mahlerei".

Raffael schuf die "Heilige Familie" 1507 im Auftrag des Florentiner Tuchhändlers Domenico Canigiani zu dessen Hochzeit. 1589 gelangte sie in die Sammlung der Medici und wurde in den Florentiner Uffizien präsentiert. Als Geschenk des Großherzogs von Toskana kam das Bildnis auf Pappelholz 1697 in die Galerie des Düsseldorfer Kurfürsten, Johann Wilhelm von der Pfalz, seit 1806 ist es in München.

Im Zentrum der Präsentation in der Alten Pinakothek steht diese "Heilige Familie Canigiani" mit seinen erst bei einer Restaurierung wiederentdeckten Engelchen im oberen Bildteil und der idyllisch ausgedeuteten Landschaft im Hintergrund. Dieses Werk tritt in Dialog mit einem Gemälde von Friedrich Overbeck aus der Neuen Pinakothek und einem Porzellanbild von Christian Adler, der den Einfluss Raffaels auf spätere Künstler verdeutlicht. Eine Altartafel von Pietro Perugino und ein Werk von Fra Bartolommeo zeigen, wie sehr sich Raffael, der auch die Arbeiten Leonardo da Vincis und Michelangelos studierte, mit Werken früherer Künstler auseinandersetzte.

Raffael 1520-2020, bis 1. Nov., Di.-Mi. 10-20.30 Uhr, Do.-So. 10-18 Uhr, Alte Pinakothek, Saal IV, Barer Str. 27, Telefon 23805216; mehr Infos auf der Website

© SZ vom 20.05.2020

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