Liegt es an der Frische der Jahreszeit, der Lust zur Erneuerung und dem Drang zu Schönheit und Pracht in diesen Monaten? Jedenfalls scheinen einige Ausstellungen, die im März und April eröffnen, von der Aufbruchsstimmung des Frühlings inspiriert zu sein.
Einen Bogen von dem allem Schönen – aus Stein wie aus Fleisch – zugeneigtem König Ludwig I. bis hin zu den Erneuerern und Synästhetikern der Künstlergruppe des Blauen Reiter schlägt die Ausstellung Himmlisches Wiedersehen im Diözesanmuseum Freising, die gerade eröffnet hat und bis 26. Juli 2026 zu sehen sein wird. Während das Mäzenatentum und der Kunstgeschmack Ludwig I. vieles ermöglichte und die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts prägte, stießen die Künstler des Blauen Reiter das Tor zur Moderne auf. Spannend, wie das Museum diesen Bogen zelebriert.
Einen noch größeren Bogen schlägt die Ausstellung Haar – Macht – Lust in der Kunsthalle München, die vom 20. März bis 4. Oktober 2026 zu sehen sein wird. Sie erzählt davon, welch sinnlich-ästhetische, aber auch gesellschaftliche und politische Bedeutung Haartracht und Haarpracht zukommen kann. Und das über 3000 Jahre hinweg. Ein wahrhaft überraschend haariger Streifzug durch die Kunstgeschichte anhand von etwa 200 Exponaten von der Antike bis zur Gegenwart.

Noch weiter, nämlich 5000 Jahre zurück, reicht der Überlieferung nach die Gestalt der überaus populären indischen Gottheit Krishna – eine Pop-Ikone durch die Jahrtausende. Er gilt als Herabkunft (Avatara) des Gottes Vishnu. Den als „der Dunkle“ oder „der Schwarze“ bezeichnete Krishna feiern die Hindus bei den Holi-Festen mit einem extrem farbenfrohen Spektakel.
Krishna wird meist als jugendlicher Kuhhirte mit einer Pfauenfeder im Haar und einer Querflöte in der Hand dargestellt. Auffälligstes Merkmal ist aber seine Hautfarbe: dunkelblau. Das erinnert nicht von ungefähr an den Film „Avatar“ von James Cameron, der inhaltliche, visuelle und begriffliche Parallelen zur hinduistischen Figur Krishna aufweist. Blau ist auch die Farbe der Na’vi auf Pandora. Die Ausstellung Krishna. Religion, Kunst und Popkultur im Museum Fünf Kontinente in München zeigt vom 24. April an die Gestalt Krishnas in vielen Facetten, verfolgt seine Spuren von religiösen Traditionen über klassische Kunstwerke bis in die moderne Popkultur (bis 8. November 2026).

Talbot Runhof Couture:Made in Munich für die Lady Gagas dieser Welt
Prêt-à-porter von Talbot Runhof ist bei Celebrities weltweit beliebt. Nun übernimmt das Textilmuseum in Augsburg 150 Kreationen der Münchner Designer. Wie es dazu kam.
Weder schwarz noch weiß, sondern meist sehr fröhlich und farbenprächtig ist die Couture des Münchner Designer-Duos Talbot Runhof. Vor einiger Zeit hat das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg, das Tim, einen großen Teil des Archivs von Jonny Talbot und Adrian Runhof übernommen. Nun widmet das Museum den beiden eine Sonderausstellung mit dem Titel Celebrating Fashion, die von diesem Dienstag, 17. April, bis 25. Oktober 2026 zu sehen sein wird.
Ob die Künstlerin Cindy Sherman wohl selbst weiß, in wie viele Rollen sie im Laufe ihres Lebens schon geschlüpft ist? Ihr veröffentlichtes Œuvre, oft in Serien, wird in manchen Datenbanken mit mehr als 2000 angegeben. In ihren Selbstporträts lebt die 72 Jahre alte US-Amerikanerin ihre Obsession für Verkleidung und Maskerade aus, spielt mit Identität, Rollenbildern, Körperlichkeit und Sexualität, hinterfragt Stereotypen aller Art und den Umgang mit dem Altern.
Das ist oft schräg, nicht selten schreiend bunt und widerspricht zumeist jeder konventionellen Vorstellung von Schönheit. Aber gerade deshalb sind die von ihr dargestellten Typen so interessant, dass man gerne mehrfach hinschaut und auf Entdeckungsreise geht. Gelegenheit dazu bietet die Sammlung Goetz in der zwischen 1983 und 1994 entstandenen Fashion-Serie von Cindy Sherman. Zu sehen von diesem Dienstag, 17. März, an (bis 27. Juni 2026) im sogenannten „Schaufenster“, einem Ladenlokal in der Pacellistraße 5, das die Sammlung Goetz nutzt, bis die eigenen Räume in Oberföhring endlich wieder bespielbar sein werden.

