Ausgezeichnete Ehrenamtliche Eine Bereicherung für alle

Kommunale Verdienstmedaille in Bronze: Jörg Scholler (links), langjähriger Gräfelfinger Gemeinderat und Kreisrat, freut sich über die Ehrung durch Landrat Christoph Göbel.

(Foto: Claus Schunk)

Sie retten Leben oder entzücken als Vollblutmusiker: 27 Ehrenamtliche aus dem Landkreis bei einem Festakt geehrt.

Von Anna-Maria Salmen, Landkreis München

Mehr als 30 000 Menschen engagieren sich im Landkreis München ehrenamtlich. Sie alle sind von "entscheidender Bedeutung für den Zusammenhalt der Bevölkerung", sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) am Mittwochabend. "Ohne die Ehrenamtlichen wäre unsere Gesellschaft um ein Vielfaches ärmer." Ein guter Grund also, diesen Menschen für ihren Einsatz zu danken. Aus diesem Anlass verlieh Göbel im Landratsamt verschiedene Ehrenzeichen an 27 engagierte Bürger.

Ein "traditionelles und dennoch lebendiges Ehrenamt" ist die Tätigkeit als Feldgeschworener. Für langjähriges Wirken übergab Göbel drei Feldgeschworenen eine Ehrenurkunde. "Besonders wichtig sind die Ehrungen für Rettungs- und Hilfskräfte", betonte Göbel, "denn ohne dieses Ehrenamt wäre es nicht vorstellbar, die Sicherheit der Bevölkerung aufrecht zu erhalten." Einen Beitrag dazu leisten unter anderem die Mitglieder der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Technischen Hilfswerks sowie des Bayerischen Roten Kreuzes. Göbel verlieh Ehrenzeichen für 25-jährige und 40-jährige Dienstzeit. Auch den Einsatz in der kommunalen Selbstverwaltung würdigte er. "Das Engagement im Gemeinderat gleicht vom Aufwand her zumindest einem Halbtagsjob", sagte Landrat Christoph Göbel.

Seinen Höhepunkt fand der Abend in der Aushändigung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Ausgezeichnet wurde hier Johanna Feldmeier für ihr Engagement bei der Feuerwehr Hohenbrunn. Die Ärztin ist zuständig für die Ausbildung in der Ersten Hilfe und leitet den First-Responder-Dienst, der bei Notfällen innerhalb kürzester Zeit am Einsatzort ankommt. Regelmäßig ist sie selbst als First Responder unterwegs, aber auch zu gewöhnlichen Einsätzen rückt sie aus. Dabei ist es laut Göbel "ein unglaublich glücklicher Umstand", dass sie dank ihrer ärztlichen Tätigkeit beispielsweise gleich an einer Unfallstelle medizinische Hilfe leisten könne.

Zu Gast in China

Auch für besondere kulturelle Leistungen wird das Bundesverdienstkreuz verliehen. Da ist beispielsweise Franz Nachbichler, als "Vollblutmusiker" verdiene er, wie Landrat Göbel betonte, "unglaublich große Anerkennung". "Ich habe mich schon immer für Musik interessiert", erzählte Franz Nachbichler. Früher habe er Bassgeige gespielt und sei dann auf die Tuba umgestiegen. Im Jahr 1990 gründete er die Siegertsbrunner Dorfmusikanten, die schnell nicht nur in der Heimat großen Erfolg hatten. In 15 verschiedenen Ländern auf vier Erdteilen sind sie bereits aufgetreten, bei einem internationalen Festival in China waren sie als offizieller Vertreter der Bundesrepublik zu Gast.

Doch nicht nur kulturell engagiert sich der Musiker, auch auf karitativer Ebene hat er viel erreicht. Beispielsweise rief er mit den Siegertsbrunner Dorfmusikanten ein jährliches Benefizkonzert ins Leben. Die Erlöse kommen unter anderem Tschernobyl-Geschädigten zugute, für die er bei 18 Konzerten, darunter auch zwei mit Gerhard Polt, fast 40 000 Euro eingespielt hat.