AusflugstippsHistorische Spaziergänge rund um München durch zehn Jahrhunderte

Felszeichnungen, Römerstraßen und verschwundene Burgen: Bei diesen Wanderungen kann man Geschichte am Wegrand entdecken.

Wanderung ins 1. Jahrhundert – "Rätselweg" am Fuß des Kofels

Wir schreiben das Jahr 15 vor Christus. Die Römer machen sich daran, die Alpen und das Alpenvorland zu unterwerfen. Doch nahe dem heutigen Oberammergau wird ihr Vormarsch gestoppt - ein rätischer Bergstamm leistet Widerstand (mehr zur Geschichte lesen Sie hier). Jahrhunderte später finden Archäologen am "Döttenbichl" unterhalb des Oberammergauer Hausbergs Kofels einen Kultplatz, an dem die Einheimischen ihren Göttern nach der erfolgreichen Schlacht offenbar geopfert haben. Er ist der Ausgangspunkt des heutigen "Rätselwegs" unterhalb der markanten Felsspitze.

Der Spaziergang in die Geschichte dauert gerade einmal 40 Minuten. Auf Infotafeln wird die Bedeutung des Döttenbichls erklärt, der bis etwa 50 nach Christus als Opferplatz von Bedeutung war. Oberhalb des Neuen Friedhofs, an der Kofelwand und schließlich am Malenstein stoßen die Wanderer später auf Felsritzungen - an der letzten Station ist sogar schwer erkennbar ein angeblicher Römerkopf abgebildet (auf kleine nummerierte Holztafeln achten).

Anfahrt: Mit dem Auto über die A 95 und anschließend auf der B 2 bis Oberau, dann rechts auf die B 23 bis nach Oberammergau. Ausgangspunkt ist der Parkplatz "Döttenbühl" in der Nähe des Friedhofs. Von Murnau fährt stündlich der Zug nach Oberammergau. Von Martin Bernstein

Bild: Ammergauer Alpen GmbH/ Matthias Neubauer 20. November 2016, 12:122016-11-20 12:12:37 © sz.de/imei