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Ausflugstipps rund um München:Natur und Brotzeit to go

Wegen der Corona-Pandemie sind Reisen tabu und die Restaurants geschlossen, kurze Ausflüge sind aber erlaubt. Und Gastronomen haben sich einiges einfallen lassen. 16 Tipps fürs sonnige Wochenende - für Hundefreunde, Bergsteiger und Familien.

Von SZ-Autoren

Zum Standl spazieren

1 Nicht nur die Isar, auch der Isarkanal hat seine Reize. Und am Flaucherstandl in der Zentralländstraße (www.flaucherstandl.de) kann man sich beim entspannten Gassigang erfrischen. Im Winter wärmten Kinderpunsch und Bratwürste in der Semmel, im Frühjahr gibt es Eis und Limo oder ein erfrischendes Radler - alles to go. Ob es sich, wie laut Selbstauskunft, um eine der besten Currywürste Münchens handelt, davon kann sich ein jeder auf seinem Spaziergang selbst überzeugen. Auf jeden Fall gibt es freundliches Personal, das sich über Gäste freut. Sonja Ganzenmüller

In Hörweite zum Tierpark

2 Wer eine quälend lange Anfahrt mit der vollen Regionalbahn (Achtung: Ansteckungsgefahr) oder dem Auto (Staugefahr und schlechtes Umweltgewissen) vermeiden will, kann einfach mit der Tram 25 zum Tiroler Platz in Harlaching fahren. Dort geht es über die Karolinger Allee und weiter kurz durch die Lindenstraße rechts zur Hochleite. Bald hört und riecht man die Düfte und Tierlaute des geschlossenen Zoos unten am Auer Mühlbach. Hier oben scheint im Vorfrühling die Sonne durch die noch kahlen Bäume. Auf der Großhesseloher Brücke geht es hoch über der Isar hinüber ans westliche Hochufer und kurz darauf taucht der Kiosk Isarfräulein auf (www.isarfraeulein.de). Von hier sind es nur noch ein paar hundert Meter zum S-Bahnhof Großhesselohe mit dem Isartaler Brauhaus. Thomas Anlauf

Spätbarock bestaunen

Klosterkirche Fürstenfeld an Silvester, 2019
(Foto: Matthias Ferdinand Döring)

3 Hätte Ludwig II., der Strenge, seine erste Frau, Maria von Brabant, nicht hinrichten lassen, hätte er die unrechtmäßige Tat nicht mit dem Bau eines Klosters in Fürstenfeld sühnen müssen. So aber wurde das Zisterzienserkloster Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet, doch erst 500 Jahre später die dazugehörige Kirche Maria Himmelfahrt errichtet. Opulenter Spätbarock ist zu besichtigen, und das nur wenige Gehminuten vom S-Bahnhaltepunkt Fürstenfeldbruck entfernt. Vom derzeit unbelebten Veranstaltungsforum aus sind es wiederum nur etwa zehn Gehminuten durch den Park über den Zisterzienserweg in die Innenstadt. An der Amper sind erneuerbare Energien im Betrieb zu sehen - dort stand schon 1920 ein Wasserkraftwerk. Die eigenen Energiereserven füllt man sehr gut im Café Wiedemann an der Schöngeisinger Straße auf (www.cafe-wiedemann-ffb.de). Schlemmertipp: die "Fürstenfelder Torte". Erich C. Setzwein

Die Buchen besuchen

4 Der Münchner Süden und die Isar: Für viele ist das ein alter Hut. Trotzdem empfiehlt sich die S-Bahn-Station Buchenhain als idealer Ausgangspunkt für schöne Wanderungen, denn hier bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten. Auf der einen Seite der Forstenrieder Wildpark, in dem hinter jeder Ecke ein Wildschwein oder ein Hirsch lauern kann. Auch eine alte Römerstraße kann man hier erkunden. Oder man entscheidet sich für den namensgebenden Buchenhain und spaziert unter uralten, wunderschönen Buchen am Hochufer der Isar entlang. Auch eine kleiner Abstieg zur Isar hinunter und am Stausee der Wasserkraftwerkes Höllriegelskreuth entlang bis zum Georgenstein lohnt sich. Am Ende belohnt man sich dann im Waldgasthof Buchenhain (www.hotelbuchenhain.de) mit der wohl besten Bratensemmel der ganzen Stadt. Bernd Wilhelm

An der Mühle rasten

5 Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1007 hat das Gasthaus Zur Mühle in der Nähe von Straßlach schon vieles überstanden (www.gasthausmuehle.de). Getreu dem Motto lassen sich die Wirtsleute nicht unterkriegen und öffnen am Wochenende bei gutem Wetter um elf Uhr zwei Fenster in ihrem urigen Gasthaus unweit des Isar-Wasserkraftwerks. Im ersten kann man seine Bestellung aufgeben, im zweiten gibt's dann die ofenfrische Schweinsbratensemmel oder die Leberkäsesemmel auf die Hand und wechselnde vegetarische Gerichte. Und dazu ein Helles im Plastikbecher. Das lässt sich gen Süden auf eine sonnige Wanderung entlang des Isarkanals mitnehmen, zurück zum Parkplatz nahe Kloster Schäftlarn. Oder durch den Wald entlang der Isar gen Norden, Richtung Grünwald. Oder man steigt den steilen Hang hinauf Richtung Straßlach. Braten und Helles müssen ja verbrannt werden. Ulrich Schäfer

Fangfrische Fische genießen

Isarkanal in Egling, 2018

Eine Holzbrücke über den Isarkanal nahe der Aumühle in der Gemeinde Egling.

(Foto: Sebastian Gabriel)

6 Die Aumühle südlich von Kloster Schäftlarn ist bekannt für ihren frischen Saibling und Lachsforellen (www.fischzucht-aumuehle.de). Die werden vor Ort aufgezogen, in den großen Teichen der Fischzucht, und fangfrisch im Kiosk verkauft (Donnerstag bis Samstag, 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, von Mai an auch Sonntag). Im Kiosk kann man sich auch ein Fischbrötchen (natürlich mit Saibling oder Lachsforelle) als Stärkung mitnehmen, ehe man entlang des Isarkanals gen Ickinger Wehr spaziert. Mehr Sonne als im weiten Isartal gibt's im Winter und Frühjahr an kaum einem anderen Ort. Ulrich Schäfer

Den Weiher bewundern

7 Der Deininger Weiher ist längst kein Geheimtipp mehr, sommers wie winters ist der Parkplatz vor dem Wirtshaus schnell voll, auch jener jenseits der Straße. Denn der Weiher bietet alles, was Familien für einen kleinen, feinen Ausflug brauchen: einen schönen, in einer Stunde locker zu bewältigenden Rundkurs um den See, mit längeren Abzweigen, über die man Richtung Aufhofen oder Deining weiterlaufen kann. Dazu das (derzeit geschlossene) Wirtshaus am Wasser. Die Südtiroler Wirtsfamilie Tschurtschenthaler bietet im benachbarten Kiosk eine recht üppige Mitnahme-Karte: Currywurst und Pommes, Kuchen und Auszogne, Glühwein, Punsch und andere Schmankerl (www.waldhaus-deiningerweiher.de). Mit Essen und Getränken kann man sich anschließend auf einer der vielen Bänke rund um den Weiher niederlassen - und mit Abstand den Ausblick genießen. Ulrich Schäfer

Über Endmoränen streifen

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(Foto: Karin Kampwerth)

8 Von den Hügeln der Endmoräne, die Oberland und Münchner Schotterebene trennt, den Blick auf die Alpenkette schweifen lassen: Das gibt es auch, ohne dass eine Schar anderer Ausflügler einem die Sicht nimmt. Ausgangspunkt ist Neufarn, ein Ortsteil von Vaterstetten. Vom Gutsgasthof Stangl aus spaziert man am Reitstall Sonnenland (Ponyreiten, Spielplatz, sonnenland-kinderwerkstatt.de) vorbei in südlicher Richtung über die vielen Feldwege auf eben jener Endmoräne zwischen Neufarn und Purfing, den Alpenblick und kleine Fixpunkte wie die Lindseekapelle, ein Rotwildgehege und eine Sonnenuhr inklusive. Auf dem Rückweg locken Bratapfelpunsch, Glühwein, Kaffee, Kaba und Kuchen to go beim Kiosk im Eingang des Stanglwirts. Karin Kampwerth

Dem Rummel ausweichen

9 Stillere, weniger bevölkerte Gegenden sind rar, aber es gibt sie noch, auch im Voralpenland. Zwischen den Eglinger Ortsteilen Thanning, Moosham, Harmating und Feldkirchen etwa, wo es zwar bei Schnee viele Langläufer, bei Föhn aber weniger Spaziergänger gibt, ehe der Frühling die Radfahrer bringt. Parken lässt sich an der Feldkirchner Kirche, der nebenan gelegene Gasthof Hansch (gasthofhansch.eatbu.com) bietet Schweinsbraten zum Mitnehmen an. Claudia Koestler

Im goldenen Tal

10 An der Ausfahrt Weyarn verlassen am Wochenende viele die Autobahn. Doch wieso immer nach Süden Richtung Schliersee streben? Auch nördlich der Salzburger Autobahn gibt es viel Grün - und einiges zu entdecken. Im kleinen Ort Naring zum Beispiel abwechslungsvolle Wanderwege, die mitunter an gewaltigen Burgen vorbeiführen, die fleißige Biber in der Leitzach aufgetürmt haben. In der tiefstehenden Frühjahrssonne glitzert der Fluss besonders intensiv und die Frage, wieso ausgerechnet diese Gegend "das goldene Tal" genannt wird, beantwortet sich von selbst. Stärkungen zum Mitnehmen gibt es in einem Gasthof des gleichen Namens am Wochenende zwischen 12 und 14 Uhr sowie zwischen 17.30 und 19.30 Uhr (www.goldenes-tal.de). René Hofmann

Im Märchenwald pirschen

11 Es gibt Wälder. Und es gibt besondere Wälder. Ein solcher besonderer Wald liegt zwischen Maxhofen im Mangfalltal und Kleinhöhenrain. Erst geht es auf Feldwegen über sanfte Hügel, bevor die Bäume einen umschlingen. Erst Nadelbäume, dann Laubbäume. In der Vielfalt, die sich hier kurz hintereinander finden lässt, liegt der Reiz. Mal ist der Weg schmal, mal wird er breiter, mal plätschert ein Bächlein, mal zwitschern nur Vögel - und am Ende des Waldes öffnet sich der Blick auf das Ziel, den Gasthof zur Schönen Aussicht (zur-schoenen-aussicht.com) neben der Kirche St. Bartholomäus, der nach einem Schlussanstieg vor einem liegt und an den Wochenenden derzeit eine Karte mit Angeboten zum Abholen bietet. Die Aussicht auf die Alpenkette ist von hier wirklich bemerkenswert. René Hofmann

Über Freising schauen

12 Einen wunderbaren Blick über Freising kann man am Freisinger Schafhof genießen. Dort findet sich auch das Europäische Künstlerhaus des Bezirks Oberbayern, indem regelmäßig Ausstellungen stattfinden, die derzeit nur über einen Videopool zu sehen sind (www.schafhof-kuenstlerhaus.de). Früher war der Schafhof eine Außenstelle des Bayerischen Nationalmuseums und wurde als Museum zum Thema Bayerns Landwirtschaft seit 1800 genutzt. Es wurde wegen mangelnden Besucherinteresses im Jahr 2002 geschlossen. Im Juli 2005 wurde der Schafhof als "Europäisches Künstlerhaus Oberbayern" wiedereröffnet. An schönen Wochenenden steht auf dem Parkplatz vor dem Künstlerhaus Schafhof der Winterwagen des Café Botanika. Im Angebot hat das Team Kaffee, Tee und Kuchen, Bratwurstsemmeln, Suppen und hausgemachte Germknödel. Geöffnet ist immer von 14 Uhr an bis zum Sonnenuntergang. Birgit Goormann-Prugger

Kunst und Bergblick

Sindelsdorfer Malerweg
(Foto: Martin Bernstein/oh)

13 Auf dem Jochberg wird sich am Wochenende voraussichtlich halb München treffen, der scheidet also schon mal aus. Und die Museen sind weiterhin zu. Doch es gibt einen Ort, an dem man Bergpanorama und Kunstgenuss verbinden kann: Sindelsdorf, eine 1200-Einwohner-Gemeinde direkt an der Garmischer Autobahn. Dort wurde in einer Gartenlaube nicht nur die berühmte expressionistische Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" gegründet - von 1909 bis 1914 lebten dort auch die Maler Franz und Maria Marc, Jean-Bloé Niestlé und Heinrich Campendonk. Ein Malerweg zeigt in zwölf Stationen, wo die Meister der Moderne lebten, sich ihre Inspirationen holten und malten. Die Gartenlaube ist auch darunter, mustergültig restauriert. Als Bonusmaterial gibt es von einer der drei Außenstationen des Malerwegs einen traumhaften Rundblick auf Karwendel, Estergebirge und Wetterstein. Wen der Spaziergang hungrig gemacht hat, kann im Urthaler Hof (urthalerhof.de, geöffnet von 10 Uhr an) Essen zum Mitnehmen bestellen. Martin Bernstein

In der Schweinebucht sonnen

14 Mehr Abwechslung lässt sich auf zwei bis drei Stunden Spaziergang wohl kaum unterbringen. Der Markt Murnau hat alles: einen pittoresken Ortskern mit aussichtsreicher Fußgängerzone inmitten historischer Bauten. Den Weg durch den Kurpark am Münterhaus vorbei, entlang der Kottmüllerallee mit ihren 150-jährigen Eichen - auch wenn dort die Freiluft-Fotoausstellung mit ihren reizvollen Perspektiven gerade abgebaut ist. Einen sonnenüberschütteten Südhang mit Blick übers Moos auf Deutschlands höchsten Berg. "Drachenstich", Wasserfall und Schlucht. Erst bettelnde, dann zudringliche Haflinger hinterm Zaun. Den Abstieg vom Kamm durch schattigen Wald zum Staffelsee. Die Uferpromenade durch Seeleiten bis zur "Schweinebucht": Strand, Picknickpark und Sunsetspot der Murnauer. Der Kiosk "Bucht 27" hat am Wochenende von 11 Uhr an geöffnet. Armin Greune

Das Brauneck erklimmen

15 Die Lifte am Lenggrieser Brauneck haben zwar pandemiebedingt genauso geschlossen wie die Hütten. Doch der Stillstand der Betriebe lockt wiederum jene, die noch ganz analog und nur aus der eigenen Kraft und Kondition heraus nach oben kommen: Skitourengeher und Winterwanderer können den Berg mit genügend Abstand zueinander erklimmen. Und weil man bei solchen Touren hungrig wird, bieten die neuen Pächter der Bayernhütte am Brauneck (www.bayernhuette.com) Essen und Getränke zum Mitnehmen an. Täglich zwischen 9 und 16 Uhr haben Michael Geyer und seine Frau Natascha Fruscella-Geyer dort für das To-go-Geschäft geöffnet. Besonders beliebt sind der Kaiserschmarrn oder die Schweinsbratensemmel. Sogar kontaktlos mit dem Handy können Gäste bei ihnen zahlen. Und wer dann die Bergjause mitgenommen hat, kann sich rund um die Hütte niederlassen und das Essen mit einem perfekten Panoramablick genießen. Claudia Koestler

Zu den Büffeln radeln

16 Der Ortsteil Beuerbach der Gemeinde Weil im Landkreis Landsberg am Lech ist für sich genommen noch keine Reise wert, der Büffelhof in Beuerbach aber schon: Seit September 2018 kochen hier im hofeigenen Restaurant drei Jungköchen auf. Coronabedingt ist das zwar derzeit nicht möglich, als Trost aber werden immer samstags von 11 bis 16 Uhr im Hofladen Käse und andere Leckereien vom Büffel sowie Wein und von 12 Uhr an auch frisches Brot aus dem Holzofen angeboten (www.bueffelhof-beuerbach.de). Und weil ein Ausflug zum Büffelhof natürlich nicht komplett wäre, ohne zumindest auch einen lebenden Büffel gesehen zu haben, sollte man - vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist - noch einen kurzen Abstecher zur nahegelegenen Weide machen. Sie ist das Zuhause von Büffel Donald, der seinen Namen einer blonden Tolle auf dem Kopf zu verdanken hat, und einigen Wollschweinen. Bei frühlingshaften Temperaturen lässt sich nach Beuerbach auch hervorragend radeln. Wem der Rückweg dann zu weit wird, kann in Geltendorf in die S-Bahn hüpfen. Jacqueline Lang

© SZ vom 20.02.2021/van
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