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Ausflüge bei schlechtem Wetter:Sauwetter war gestern

Das Wetter ist mies, die Flüsse laufen über: Wann kommt endlich der Sommer? Am schlimmsten sind die Eltern dran, deren Kinder gerade die Pfingstferien daheim verbringen müssen. Sechs Tipps für regennasse Tage.

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Kinderspielhalle Lollihop, 2005

Quelle: sz.lokales

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Ja, das Wetter ist mies, die Flüsse laufen über, man kann es kaum mehr hören: Wann kommt er endlich, der Sommer? Am schlimmsten sind die Eltern dran, deren Kinder gerade die Pfingstferien daheim verbringen müssen. Dabei gibt es in und um München viele Möglichkeiten sich auszutoben - SZ-Reporter haben es ausprobiert. Sechs Tipps für regennasse Tage.

Indoor-Spielplatz:

Kinder sind weit weniger wetterfühlig als wir Erwachsenen, jedenfalls hält Dauerregen die Kleinen nicht davon ab, Matschhose und Gummistiefel anzuschleppen und zu quengeln: "Mama, Spielplatz!" Leider haben wir selbst keine Matschhose, also müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen. Heutzutage bieten sich da die Indoor-Spielplätze an, eine relativ neue Errungenschaft in der Geschichte der Kinderbespaßung. Drinnen-Spielplätze sind robuste Betonhallen, vollgestellt mit Rutschen, Klettertürmen, Bällepools und dergleichen. Zur Stärkung gibt es Köstlichkeiten wie Pommes, Würstchen und giftblaue Getränke, auf die man zurückgreifen muss, weil man nichts eigenes mitbringen darf. Kinder zahlen, je nach Spielplatz, um die acht Euro, Erwachsene etwa die Hälfte, das ist nur fair. Ergebnis des Tages: Die Kinder fallen todmüde ins Bett - und die Erwachsenen können in aller Ruhe den Piepton auskurieren, der sich angesichts des Höllenlärms im Ohr breitgemacht hat.

Cocoloco, Südliche Münchner Str. 35, Grünwald, in den Ferien geöffnet ab 10 Uhr; Jux und Tollerei, Posthalterring 7, Parsdorf, ab 10 Uhr; Lollihop, Colmdorfstr. 3, München, ab 10.30 Uhr (nas)

Beachvolleyball-Club in München, 2007

Quelle: sz.sonstige

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Beach-Volleyball:

Die These, dass mit zunehmendem Alter die Begeisterungsfähigkeit von Kindern abnimmt, muss nicht unbedingt stimmen. Kleiner wird jedoch der gemeinsame Nenner, was Spaß macht. Erst recht bei Dauerregen. Wie kann man zum Beispiel den Wunsch nach Cool-Sein und Abhängen mit dem (eigenen) Drang nach Sport und Spiel zusammenbringen? Ein 16-Jähriger reagiert nicht zwangsläufig mit Freudenschreien, wenn man ihn zum Beachvolleyballen bringen will. Ist eine Strandbar mit Liegestühlen oder gar Hängematten dabei, nimmt das Lustpotential deutlich zu. Die Macher des Beach380 in der Friedenstraße haben das von Anfang an verinnerlicht. Hier kann man sich auf beheiztem Sand und bei Lounge- oder Reggaeklängen entweder austoben oder einfach nur ausspannen. Und dann kann es vorkommen, dass der Sohn eine Revanche nach der anderen fordert, während der Vater längst lieber auf der Strandliege cool an seinem Cocktail nippen würde.

Beach380, Friedenstraße 22c, Mo.-Fr. 16 bis 1 Uhr, Sa. und So. 10 bis 1 Uhr (ruh)

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Quelle: ag.ap

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Museum Mensch und Natur:

Das Tolle an diesem Museum im Nymphenburger Schloss ist, dass sich Kinder jeden Alters dafür begeistern können. Die Zweijährige bestaunt immer wieder das etwas unheimliche Löwenrudel in der Dämmerung und den riesigen Grizzly beim Fischefangen. Der Sechsjährige vergnügt sich damit, auf Knöpfe zu drücken und dabei noch was zu lernen. Zum Beispiel, in welcher Reihenfolge die Teilnehmer eines Wettrennens zwischen Vogelstrauß, Känguruh, Mensch und Pferd ans Ziel kommen. Ein guter Zeitpunkt für einen Besuch in diesem Museum ist ein verregneter Sonntagnachmittag - wenn die Kinder sonst vor lauter Verzweiflung anfangen, im Wohnzimmer Fußball zu spielen. Und falls es wider Erwarten doch irgendwann aufhört zu regnen, kann man anschließend noch im Nymphenburger Schlosspark Enten und Schwäne anschauen.

Museum Mensch und Natur, Schloss Nymphenburg, Maria-Ward-Straße 1, Öffnungszeiten: Di., Mi., Fr. 9 bis 17 Uhr, Do. 9 bis 20 Uhr, Sa., So. und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen (tiba)

Kletterer an der Kletterwand.

Quelle: sz.sonstige

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Hallenklettern:

Im Vergleich zur Watzmann-Ostwand hat eine Kletterhalle wie in Weilheim mehrere Vorteile: Die Lawinengefahr ist gleich null und man kann die Kinder zwischendrin abseilen, wenn sie am Überhang nach einer Fanta schreien oder danach eine Pinkelpause brauchen. Dafür riecht es am Watzmann nicht so altsockig, aber egal. Beim Eltern-Kind-Klettern sollten sich Mütter und Väter ohnehin ganz aufs Sichern konzentrieren, während die Kleinen am Seil den zwölf Meter hohen Kunstfelsen bezwingen. Das fördert die Motorik und das Selbstbewusstsein von Stadtkindern. Überschüssige Kraftreserven kann die Familie beim Bouldern - früher: Kraxeln - abbauen. Wer hier loslassen muss, der fällt weich auf die Matte. Für die Kinder bleiben danach Erinnerungen an einen schönen Regentag im Oberland, für die Eltern Nackenschmerzen.

Kletterhalle Weilheim, Trifthofstraße58, Eltern-Kind-Klettern mittwochs von 15 bis 17 Uhr, samstags 10 bis 12 Uhr.(bas)

Deutsches Museum wird saniert

Quelle: ag.ddp

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Kinderreich im Deutschen Museum:

Es ist ein Mythos, dass sich im Deutschen Museum alles nur um Technik dreht. Nein, der graue Klotz an der Isar ist auch ein Ort der angewandten Menschenführung. Es geht schon vor dem Eingang damit los, dass ungefähr fünftausend Eltern die gleiche Idee haben und mit ihren Kindern erfahren wollen, wie Elektrizität entsteht oder ein Dampfschiff funktioniert. Im Museum selbst wirkt ein seltsamer Magnetismus: "Ins Kinderreich, Papa, ins Kinderreich!" Die sechsjährige Tochter kennt den Weg durch die Schiffshalle, von dort führt eine Treppe in die geschlossene Abteilung, in die Zone der von Millionen Kinderhänden abgegriffenen Spaßmodule. Hier gibt es auf engstem Raum Wasserspiele, musikalische Folterinstrumente, ein Hamsterrad und ein Feuerwehrauto, auf dem man sich gegenseitig massakrieren kann, also alles, was Kinder toll finden. Nach dem Besuch empfiehlt sich ein Rundgang durchs Bergwerk. Ist schön dunkel und ruhig, aber nicht ganz so abgründig.

Museumsinsel 1, täglich 9 bis 16.30 Uhr (chrm)

Bavariapark in München, 2009

Quelle: sz.lokales

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Sandkasten:

Am Sonntag sind wir zwischen zwei Regengüssen auf den Spielplatz gegangen. Im Sandkasten saß schon ein Mädchen. Es trug: Gummistiefel, Matschhose, Regenhütchen, Regenjacke. Unser Sohn trug: T-Shirt, Jeans, Turnschuhe. Von Süden jagten Gewitterwolken heran, auf der Suche nach kleinen, schutzlosen Jungen. Wir fragten uns, ob wir schlechte Eltern sind. Offenbar genügt es nicht, trotz des schlechten Wetters mit Kind die Wohnung zu verlassen und einen Regenschirm dabei zu haben. Man hat dieses Kind darüber hinaus noch auszurüsten, als begebe man sich auf einen längeren Tauchgang in polaren Gewässern. Nun ja, ohne Sauerstoffflasche vielleicht. Die Szene im Sandkasten gestaltete sich dann so, dass der Sohn im Sand spielte und das Mädchen zuschaute, weil sich die Regenjacke als sperrig erwies, die Gummistiefeln zu groß waren und das Hütchen rutschte. Glitzerte da Triumph in unseren Augen? Nein, denn nach einer halben Stunde begann es zu regnen. Wir wurden furchtbar nass. Aber es war nur Wasser. Wirklich. (tar)

© (SZ vom 01.06.2010/amm/seng)

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