Ausbau der S8 "Immense Flächenverluste"

Zudem sehen die Fachleute - insbesondere an den Bahnhöfen - zusätzliche Gebäuderiegel vor, die so konzipiert sind, dass sie als Lärmschutz dienen; entlang des Mittleren Rings wurden solche Häuser schon gebaut. Die Kosten schätzt die Studie auf 300 Millionen Euro - etwa 100 Millionen mehr als bisher veranschlagt.

Für die Stadtviertelpolitikerin Pilz-Strasser sind die Vorschläge allerdings allenfalls "Reparaturen im Rahmen einer riesigen Maßnahme". In vielen Bereichen des Abschnitts stünden die Häuser heute bereits dicht neben den Bahngleisen. "Dort ist für Lärmschutzwälle mit flachen Hängen gar kein Platz.'' Und selbst da, wo Platz wäre, gäbe es "immense Flächenverluste", sagte SPD-Expertin Tausend. CSU-Mann Schmid forderte, "solche Verkehrsprojekte gründlich anzugehen, sodass sie auch in die Zukunft tragen".

Ein Tunnel auf der Strecke sei zwar teuer, die Stadt sollte dennoch ihren Teil beitragen. Östlich der bestehenden Trasse soll in den nächsten Jahrzehnten ein Neubauviertel mit 10.000 Wohnungen entstehen. Die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen könnte die Stadt in den Tunnel investieren, so Schmid.

Grünen-Stadträtin Nallinger forderte, die Stadt solle sich mit den Ideen der Studie "ernsthaft auseinandersetzen". Sie warnte ihre Stadtrats-Kollegen davor, "sich zu früh auf eine Variante festzulegen" - am Ende könnte man dann erneut mit leeren Händen dastehen.

Mit einem Tunnel würde man zudem Standards setzen, die dann auf andere Projekte zum Ausbau des Schienenverkehrs (etwa dem Bahn-Südring) ebenfalls angewandt werden müssten. Letztlich wäre dann wegen der hohen Kosten keines dieser Projekte realisierbar.