Aus für das Filmcasino Bald Remmidemmi am vornehmen Odeonsplatz?

Diese Erkenntnis kommt nun doch etwas überraschend, wenn man sie mit der Besucherentwicklung und den zahlreichen Sonderveranstaltungen vergleicht. Fakt ist jedenfalls: Die vier Pächter wollen unbedingt eine rasche Abwicklung und Umwandlung des Kinos, um dort ein Lokal zu eröffnen. Schon bei der Übernahme des Kinos im vergangenen Jahr war von einem gehobenen Speiserestaurant die Rede gewesen, auch mit einer Dinnershow sollen die Betreiber verhandeln. Reinhard Straßer sieht freilich noch eine andere Möglichkeit: "Wenn man dort Wodka-Red-Bull ausschenkt, kann man richtig gut Geld verdienen."

Eine feine Anspielung darauf, dass die vier Inhaber schon jetzt immer wieder mal Partys der nicht ganz so gehobenen Sorte im Filmcasino veranstalteten und die "089-Bar"-Chefs Haidinger und Braunmiller eine Disco für eben diese Wodka-Red-Bull-Kundschaft betreiben, die Branchenkennern zufolge eine Art Goldgrube darstellt. Der große Kinosaal würde mindestens ebenso vielen Menschen Platz bieten; momentan ist er noch für 350 Personen zugelassen. Gibt es also bald richtig Remmidemmi am vornehmen Odeonsplatz?

Noch sind das Spekulationen. Gesichert ist hingegen Wahls Ankündigung: "Wir sind sehr zuversichtlich, dass das Hickhack um den schönen Standort nun vorbei ist und das Filmcasino am Hofgarten weiter ein beliebter Treffpunkt der Münchner Wirtschafts-, Kunst- und Kulturszene sein wird." Das wiederum dürfte der Gastronom Charles Schumann, der seine Bar direkt neben dem Filmcasino hat, als eine Art Kriegserklärung empfinden.

Er war schon gefragt worden, ob er das Exklusivrecht auf Freischankflächen im Hofgarten, das er sich vertraglich zusichern hat lassen, nicht aufgeben wolle zugunsten der Nachbarn. Doch die Partys, die es bisher im Filmcasino gegeben hat, stimmen ihn skeptisch: "Wenn das hier unten dann die Verlängerung der Leopoldstraße wird, dann möchte ich hier eigentlich nicht mehr bleiben."