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Islamischer Staat:14-Jähriger IS-Anhänger kehrt nach München zurück

Über die Türkei will der Junge im Juli nach Syrien einreisen. Die Polizei hält ihn auf. Jetzt kommt er in eine Jugendeinrichtung.

Polizei und Jugendamt haben am Donnerstag einen lange erwarteten Passagier am Münchner Flughafen in Empfang genommen: Nach einem Dreivierteljahr Abwesenheit landete der als "Erkan" bekannte Schüler gegen 17.30 Uhr mit einer Lufthansa-Maschine aus Ankara, begleitet von türkischen Polizisten.

Der damals 13-Jährige hatte im Juli vergangenen Jahres versucht, mit einem gestohlenen Pass über die Türkei nach Syrien zu gelangen und sich dort der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschließen. Kurz vor dem Grenzübertritt war Erkan in der südosttürkischen Millionenstadt Gaziantep aufgeflogen und festgenommen worden. Seither bemühten sich seine Mutter, das Jugendamt und die Polizei um eine Rückkehr nach München.

In der Türkei verschollen

Zunächst war Erkan in einem türkischen Abschiebelager untergebracht worden, dann in einem Waisenhaus, sein Aufenthaltsort war nicht immer klar. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Baumann inzwischen wegen Erkans Alter eingestellt.

Nach einem vom Jugendamt erwirkten Beschluss wird er jetzt erst einmal für sechs Wochen in einer geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung in München therapeutisch betreut. Auch der Staatsschutz wird ihn noch befragen.

© SZ vom 15.04.2016 / bm/lkr

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