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Radeln rund um München:Für Meister der Selbstbeherrschung

Von der Innenstadt nach Sauerlach

Auf der 24 Kilometer langen Tour von der Innenstadt nach Sauerlach warten zahlreiche Versuchungen der angenehmeren Art - vor allem für die Kleinsten.

Wer es schafft, diese Tour ohne längere Pausen durchzuradeln, darf sich einen Meister der Selbst-Beherrschung nennen. Besonders herausfordernd ist die Strecke zwar nicht, der gut 24 Kilometer lange Weg vom Isartor nach Sauerlach ist sehr gut für einen gemütlichen Familienausflug geeignet, aber überall lauern Versuchungen. Manche davon taugen dazu, den ganzen Tag einzunehmen. Die erste Verlockung gilt es schon am Startpunkt zu überwinden: Dort muss man am Deutschen Museum vorbei. Auf einen kurzen Abstecher sollte man besser verzichten, denn wer war jemals schon kurz im Deutschen Museum? Außerdem warten schon die nächsten Ablenkungen, die man entweder vorher einplanen sollte oder denen es zu widerstehen gilt - schließlich gibt es unterwegs noch einiges zu sehen.

Noch in der Stadt führt die Route vorbei an Schyrenbad, Flaucherinsel und Tierpark Hellabrunn, steil hinauf zur Hochleite, einem idyllischen Weg, der am Isarhochufer entlangführt. Das bergauf Strampeln fällt leichter, wenn man weiß, dass es von nun an fast nur noch entspannt geradeaus geht, außerdem wird man mit teils spektakulären Blicken auf die andere Seite der Isar belohnt. Direkt an der Hochleite liegt der Biergarten Menterschwaige.

Radrouten in München Radlanhänger-taugliche Familientour
Auf einen Blick

Radlanhänger-taugliche Familientour

Die Tour ist auch mit kleinen Rädern gut zu bewältigen - wenn das Reifenprofil passt. Für Rennräder ist sie dagegen nicht geeignet.   Von Birgit Kruse

Durch das mehr als 13 Quadratkilometer große Waldgebiet des Perlacher Forstes führt ein dicht verzweigtes Wegenetz. Die Route nach Sauerlach verläuft über den "Grenz geräumt", ein gut befahrbarer Forstweg. Die Orientierung fällt leicht: So weit es geht geradeaus und dann an den Bahngleisen entlang Richtung Süden. Schon bald kommt links die Nußbaum-Ranch, noch ein Stück weiter stößt man auf die Kugler-Alm. Von Oberhaching bekommt man nicht viel zu sehen, außer man macht einen Schlenker zum Naturbad Furth. Vom Deisenhofener Bahnhof aus ist das ein Umweg von knapp fünf Kilometern.

Doch noch immer gilt: Weiterradeln lohnt sich. Denn vorbei am Bahnhof geht es wieder hinein in den Forst, stets an den Bahngleisen entlang. Selbst im Sommer ist die Tour mit Kindern gut machbar, weil es viel Schatten und immer wieder Bänkchen am Wegesrand gibt.

In Sauerlach angekommen wartet entweder die S-Bahn - oder weitere Freizeitmöglichkeiten. Wer noch nicht außer Puste ist, radelt vier Kilometer weiter in den Ortsteil Arget, wo man im Heimatmuseum "Troadkasten" erkunden kann, wie das bäuerliche Leben früher war. Auch die Häuser drumherum sind sehenswert, denn Arget gilt als das letzte vollständig erhaltene Straßendorf im Landkreis München, die historischen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Wer keine Lust mehr hat auf eine historische Spurensuche, kann einkehren: Im Gasthof Schmuck gibt es einen großen Biergarten samt Spielplatz.