Aus den Reihen der Jungen Grünen nach Berlin:Klimaschutz für alle

Aus den Reihen der Jungen Grünen nach Berlin: "Natürlich wird es uns Junge mehr treffen", sagt Saskia Weishaupt über die Klimakrise. Einen Generationenkonflikt sieht sie trotzdem nicht.

"Natürlich wird es uns Junge mehr treffen", sagt Saskia Weishaupt über die Klimakrise. Einen Generationenkonflikt sieht sie trotzdem nicht.

(Foto: Claus Schunk)

Saskia Weishaupt, 28, setzt auf Klimaschutz mit sozialem Ausgleich

Von Linus Freymark, München

Eine echte Münchnerin ist die Landessprecherin der bayerischen Grünen Jugend nicht. Denn eigentlich stammt Saskia Weishaupt aus Hannover. Seit sechs Jahren lebt sie nun aber bereits in München. "Schön ist es hier", sagt sie über ihre neue Heimat, die Weishaupt, 28, in den nächsten vier Jahren im Bundestag vertreten wird. Als junge Grüne ist eines von Weishaupts Kernthemen naheliegend: der Klimaschutz. "Es ist klar, dass etwas passieren muss", sagt sie. Und: "Es muss der Anspruch sein, dass man Klimaschutz sozial gerecht gestaltet." Womit man direkt bei Weishaupts zweiter Botschaft wäre.

Anders als so mancher radikale Umweltaktivist verliert Weishaupt in der Umweltpolitik die soziale Komponente nicht aus den Augen. Weitreichende Maßnahmen zum Schutz des Planeten und gleichzeitig die Schere zwischen Arm und Reich verringern - für Weishaupt schließt sich das nicht aus. Unter anderem setzt sie sich wie ihre Parteispitze für ein Energiegeld ein, eine staatliche Förderung, durch die der steigende CO2-Preis ausgeglichen und ein geringerer individueller CO2-Verbrauch belohnt werden soll.

Sie ist ohne eigenen Wahlkreis in der Landeshauptstadt angetreten, sondern über Platz elf der Landesliste in den Bundestag eingezogen. Von den Grünen als neue Großstadtpartei will sie trotz des Trends der vergangenen Wahlen nicht sprechen. "Man will ja alle Menschen erreichen", meint sie.

"Und kein Stadt-Land-Gefälle erzeugen." Überhaupt dieses dauernde Gerede von Gefällen: Zentrum vs. Peripherie, Jung gegen Alt - für Weishaupt ist das alles ein bisschen überspitzt. Der so oft herbeigeredete Generationenkonflikt etwa, "den gibt es so gar nicht". Auch nicht in der Klimafrage? Kurzes Nachdenken. "Natürlich wird es uns Junge mehr treffen", sagt sie dann. Und natürlich hat sie durch ihre Tätigkeit bei der Grünen Jugend Bayern, deren Landessprecherin sie seit 2018 ist, naturgemäß die Belange der Jungen im Blick. Aber auch die Älteren müssten die Folgen der Erderwärmung und die damit verbundenen Veränderungen ertragen, erklärt Weishaupt - so wie zuletzt bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands. Sie jedenfalls freue sich auf den Austausch, gerade auch mit älteren Menschen. Die Erfahrung dafür bringe sie durchaus mit, glaubt sie.

"Meine Mutter arbeitet in der Altenpflege", erzählt Weishaupt. "Da war ich früher oft im Seniorenheim und habe viel mit den Menschen gesprochen." In München sieht Weishaupt die hohen Mieten als eines der drängendsten Probleme. Sie will das kommunale Vorkaufsrecht stärken, um den entfesselten Markt zumindest ein bisschen zu regulieren. Das wird, wie so viele andere ihrer Vorschläge, viel Geld kosten. Weishaupt hat nun vier Jahre Zeit, zu zeigen, dass das, was sie in Berlin vorhat, auch praktikabel ist.

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