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Auftrag für die Generalplanung:Mehr Fragen als Gewissheit

Das allerdings ist genau der Knackpunkt bei der ganzen Sache: Denn bislang weiß niemand so genau, wann es losgehen wird mit dem Bau des geplanten zweiten S-Bahn-Tunnels. Und wann dieser dann fertiggestellt sein wird. Zuletzt hatte der ehemalige Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) den Jahresanfang 2015 als möglichen Beginn der Bauarbeiten genannt. Nicht nur die Gegner des Projekts fürchten aber, dass dieser Termin nicht zu halten sein wird. Denn noch ist die Finanzierung des 2,4-Milliarden-Euro-Projekts nicht abschließend geklärt; zudem liegt für keinen der drei Bauabschnitte eine rechtlich gültige Baugenehmigung vor.

Geplanter Umbau Hauptbahnhof München

Günstig, aber leider etwas schlicht: Den Gegenentwurf der Bahn quittierten Mitglieder des Münchner Stadtrats mit Buh-Rufen. Simulation: Deutsche Bahn

Aussehen ungewiss

Der Neubau des Hauptbahnhofs wiederum ist aber eng verknüpft mit der zweiten S-Bahn-Röhre. Unter dem bestehenden Hauptgebäude soll ein riesiges Zugangsbauwerk entstehen, durch das die Fahrgäste zu den Bahnsteigen in 40 Meter Tiefe gebracht werden sollen. Um dieses Bauwerk, "Nukleus" genannt, zu errichten, müsste aber zumindest ein Teil des bestehenden Empfangsgebäudes abgerissen werden. Und erst wenn der Nukleus steht, kann die Bahn den Neubau des Empfangsgebäudes darübersetzen. Den Nukleus nachträglich in einen zunächst errichteten Bahnhofsneubau hineinzuquetschen, sei technisch nicht möglich, sagt auch Architekt Auer. Schon das Empfangsgebäude fest im Boden zu verankern wäre so nicht möglich.

Unklar ist zudem, wie das neue Empfangsgebäude nun konkret aussehen wird. Denn um den Streit aus dem Jahr 2011 mit der Bahn beizulegen, hatten sich Auer + Weber verpflichtet, ihren Entwurf zu überarbeiten - also beispielsweise auf Stockwerke oder Tiefgaragenplätze zu verzichten, um die Kosten zu drücken. Was dabei nun genau herauskam, ist offen. Der Bahnsprecher sagt nur, das Auer + Weber-Konzept werde "im Rahmen der Planung konsequent weiter entwickelt und wirtschaftlich gestaltet". Details will er keine nennen. "Mehr Informationen dazu sind in 2014 zu erwarten."

© SZ vom 19.11.2013/geu
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