Aubing:Schlupfloch oder Flaschenhals

Die Kronwinkler Straße, ein beliebter Schleichweg, ist jetzt verkehrsberuhigt. Das soll so bleiben, trotz mancher Kritik

Von Ellen Draxel, Aubing

Es ist ein alter Streit im Viertel, der immer wieder aufflammt. Soll die Kronwinkler Straße wie früher durchgehend als Ortsstraße gestaltet werden? Auch zwischen der Aubing-Ost- und der Kastelburgstraße, in der sie inzwischen als Spielstraße ausgewiesen ist? Oder wäre es sinnvoller, sie bliebe im südlichen Teil ein verkehrsberuhigter Bereich, um nicht als Bypass zur Autobahn genutzt zu werden?

Die Durchfahrt müsse ermöglicht werden, forderte jüngst die Siedlergemeinschaft Aubing-Ost. Dafür sollten die erst vor wenigen Monaten angebrachten Baken an mehreren Parkplätzen im engsten Teil der Straße wieder entfernt und sämtliche Stellplätze aufgelöst werden. Denn aufgrund dieser Verengung, so die Begründung der Siedler, komme es an der Einmündung in die Aubing-Ost-Straße immer wieder zu Staus. Eine Bake sei bereits umgefahren worden. Außerdem behindere die Engstelle den Bus 157.

Sie "verstehe nicht, warum man die Spielstraße wieder aufmachen will", sagt hingegen eine Mutter von sechs Kindern, die an der Ecke wohnt. "Mir gefallen die Baken auch nicht, aber sie sind super." Weil sich direkt neben der Kronwinkler Straße der Sportplatz befinde, nutzten den Weg an schönen Tagen bis zu 50 Radfahrer. Ohne einen Schutz aber sei das "saugefährlich". Der Lastwagen-Verkehr, ergänzt ein Nachbar, habe sich dank der Baken "drastisch verringert". Die Busfahrer störten sie nicht, das wisse er. Der Mann arbeitet bei der Münchner Verkehrsgesellschaft.

Die Kronwinkler Straße, das ist der Knackpunkt der Debatte, ist samt ihrer Verlängerung im Norden die mit Abstand kürzeste Verbindung zwischen der Bergson- und der Aubing-Ost-Straße und damit auch ein beliebter Schleichweg. Um den Verkehr sicherer zu machen, hatte das Kreisverwaltungsreferat schon vor zwei Jahren angeregt, die Kronwinkler Straße im südlichen Bereich in eine normale Straße mit Fahrbahn und getrenntem Gehweg umzubauen. Doch der Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied wertete den Vorschlag damals als Zeichen der "Hilflosigkeit, mit der die Stadt den drängenden Verkehrsproblemen zulasten der Bevölkerung Herr zu werden versucht" - und plädierte für bauliche Maßnahmen in Form von Straßenverengungen oder Umfahrungen, um die Attraktivität der Spielstraße mindern. Auch jetzt wollen die Lokalpolitiker einen "schnellen Durchschuss" verhindern. Die Baken, finden die Bürgervertreter, sollten lediglich um zwei Parkplätze versetzt werden. Dadurch vergrößere sich die Aufstellfläche in der Aubing-Ost-Straße.

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