Aubing:Langwierige Prozedur

Impfteams kommen drei Stunden zu spät - die Bürger sind verärgert

Von Ellen Draxel, Aubing

Es war ein Impfangebot außer der Reihe. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen konnten sich Bürger im Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied am vergangenen Samstag mit dem Vakzin Johnson & Johnson impfen lassen, ein Team von Ehrenamtlichen hatte den Termin in der Aubinger Tenne mit viel Engagement organisiert. Doch was beim ersten Anlauf perfekt funktionierte, ging diesmal schief: die Terminierung.

"Geschlagene drei Stunden haben wir auf die Impfteams gewartet", sagt Mitorganisatorin und Regsam-Facharbeitskreissprecherin Dagmar Mosch. "Ich könnte mich immer noch aufregen." 105 Menschen hatten sich für die Impfung angemeldet, um zehn Uhr sollte es losgehen. Die ersten Impfwilligen kamen pünktlich, nach und nach trudelten immer mehr Personen ein. Um zwölf schließlich war die Tenne so "übervoll", dass dem Orga-Team nichts anderes übrigblieb, als die Leute vorerst wieder nach Hause zu schicken. "Wir mussten ja den vorgegebenen Abstand einhalten", erklärt Mosch. Der Koordinator vom Gesundheitsreferat hatte da schon wiederholt versucht, Verantwortliche zu erreichen - ohne Erfolg.

Kurz bevor das Ganze dann endgültig abgeblasen werden sollte, trafen die Impfteams ein - drei statt der zwei bestellten. "Das war ein weiteres Problem, denn dafür fehlten uns die Räume", sagt Mosch. Außerdem hatte eine Ärztin Biontech dabei und fragte nach den Kindern, die eine Impfung bekommen sollten. "Da waren aber keine Kinder, und verabreicht werden sollte ein Vakzin, bei dem eine Spritze ausreicht." Weitere Verzögerung gab es, als der Drucker nicht funktionierte.

"Es war ein Chaos, miserable Zustände. Und das lag nicht an den Ehrenamtlichen, die gute Arbeit geleistet haben", resümiert ein Bürger, der nach fünfeinhalb Stunden "leicht bis mittelschwer genervt" als einer von 96 frisch Geimpften das mobile Impfzentrum verließ. Im Gesundheitsreferat erklärt man die Wartezeiten mit "einem Fehler bei der Terminierung". Die Behörde, heißt es auf Anfrage, "bedauert das sehr". Im Übrigen habe man "den Vorgang zum Anlass genommen, alle Prozesse nochmals zu überprüfen, insbesondere mit Blick auf die weiteren geplanten dezentralen Impfaktionen im Stadtgebiet". Dagmar Mosch jedenfalls hat signalisiert, "sofort wieder mitzumachen", falls ein weiterer Termin ansteht. Für zu wichtig erachtet sie dieses Angebot. "Ich glaube auch nicht, dass so was noch mal passiert."

© SZ vom 24.07.2021
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