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Aubing:Kampf für Radwege nimmt Fahrt auf

Lokalpolitiker fordern parteiübergreifend einen Ausbau der Ost-West-Verbindung nach Freiham

Angelika Barsekow hat viel Unterstützung beim Stadtteilfest in Neuaubing vor vier Wochen erfahren. Mit einem kleinen Stand warb sie für eine Verbesserung der Rad-Infrastruktur in ihrem Stadtbezirk und merkte: Da sind viele, die denken genauso wie ich.

Barsekow wohnt in Neuaubing. Sie genießt es, mit ihren im Fahrradanhänger sitzenden Kindern durch grüne Landschaften und Nebenstraßen zu fahren. Doch dabei stößt sie schnell an ihre Grenzen. Denn die Radverkehrsachsen sind selten durchgängig.

"Die Bereitschaft zum Radeln ist in unserem Stadtviertel sehr groß", weiß die junge Mutter. Trotzdem entschieden sich viele Menschen fürs Auto. "Auch ich packe meine Kinder oft ins Auto, da es mir streckenweise einfach zu kompliziert und gefährlich ist, in unserer Gegend Rad zu fahren." Das müsse sich ändern.

Mit der Bitte, ein durchgängiges Radnetz für den gesamten Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied zu fordern, hat sich Barsekow deshalb nun an den Bezirksausschuss gewandt. "Die bayerische Landesregierung", erklärte sie den Bürgervertretern, "möchte bis zum Jahr 2025 den Anteil des Fahrradverkehrs auf 20 Prozent in Bayern steigern. In unserem Stadtbezirk aber liegt der Anteil noch deutlich unter dem Münchner Durchschnitt" - bei sieben Prozent im Vergleich zu stadtweiten 18 Prozent einer Mobilitäts-Studie von 2017 zufolge. Dabei habe die Stadt ein "Riesenbudget" für den Ausbau des Radverkehrs, 25 Millionen Euro im Jahr. "Davon", findet die Neuaubingerin, "sollten wir am Stadtrand auch etwas abbekommen".

Bei Aubings Lokalpolitikern trifft sie damit einen "Nerv". Das Stadtteilgremium kämpft seit Jahren für ein besseres Radverkehrsnetz, hat schon im Jahr 2000, also vor fast zwanzig Jahren, einen Verkehrsentwicklungsplan Radverkehr verabschiedet. Bislang allerdings ist nicht viel geschehen. Barrieren wie Gleise und große Straßen gibt es immer noch, Grünzüge wie die ehemalige Gotthard-Trasse, die von der Metro in Neuaubing über die S-Bahn-Station Leienfelsstraße und die Bergsonstraße zur Straße "Am Langwieder Bach" führt, sind noch nicht als durchgehende Fuß- und Radwege ausgebaut. Im Fokus habe die Stadt die Vernetzung der Grünzonen aber bereits, sagt Daniel Genée von der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung. "Das ist Zielsetzung des Städtebauförderungsprogramms."

Eine Bitte, die beim Stadtteilfest an der Wiesentfelser Straße auch an Barsekow herangetragen wurde, hat der Bezirksausschuss jetzt in einen parteiübergreifenden Antrag gegossen: eine Ost-West-Radverbindung entlang der Hohenstein- und Aufseßer Straße nach Freiham. Damit Schüler, die von September an den Bildungscampus besuchen, nicht auf Dauer die viel befahrenen Routen entlang der Bodensee-, Altenburg- oder Wiesentfelser Straße nutzen müssen. Außerdem fordern die Lokalpolitiker einen Radweg im Südteil der Wiesentfelser Straße.