Aubing/Freiham Neue Schulwege

Der Bildungscampus Freiham ist konzipiert für ein Gymnasium, eine Realschule, ein Förderzentrum und eine Grundschule. Visualisierung: Ponnie Images, Aachen

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Im September geht der Bildungscampus Freiham in Betrieb. Wie die Nachmittagsbetreuung aussieht, ist noch offen. Auf jeden Fall ändert sich aber die Verteilung der Kinder auf die umliegenden Aubinger Grundschulen

Von Ellen Draxel, Aubing/Freiham

Vier Grundschulen in Aubing und Freiham werden zu einem Verbund zusammengeschlossen, um die Grundschulversorgung des neuen Stadtteils sicher zu stellen. Vom kommenden Schuljahr an gibt es nicht nur die Schulen an der Limes-, der Gotzmann- und der Gustl-Bayrhammer-Straße. Sondern auch die Grundschule an der Helmut-Schmidt-Allee auf dem neuen Bildungscampus, die ihren eigenen Schulsprengel erhält. Damit ändern sich auch die Einzugsgebiete der bereits bestehenden Grundschulen.

So soll die derzeit vierzügige Schule an der Gotzmannstraße, die laut Prognose ohne Veränderung im kommenden Schuljahr fünfzügig hätte werden müssen, entlastet werden. Rektorin Romana Reile, der Elternbeirat der Gotzmannschule und die zuständige Schulrätin Eva Hilzinger haben sich bei einem runden Tisch dafür ausgesprochen, das komplette Gebiet unterhalb der Bahnlinie der S 4 von September an der Grundschule Gustl-Bayrhammer-Straße zuzuschlagen.

Der Sprengel der neuen Grundschule auf dem Bildungscampus wird sich dann aus Einzugsgebieten bilden, die bislang teilweise zu den Schulen an der Limes- und an der Gustl-Bayrhammer-Straße zählten. Dazu gehört der Bereich zwischen der Bodenseestraße, der Kravogelstraße und der Stadtgrenze - Schüler aus dieser Gegend besuchen momentan noch die Limesschule. Bei der Schule an der Gustl-Bayrhammer-Straße betrifft die Umsprengelung das komplette Gebiet südlich der Bodenseestraße sowie das Neubauareal zwischen der Wiesentfelser Straße, der Helmut-Schmidt-Allee und der Hans-Dietrich-Genscher-Straße.

Die neue Grundschule Helmut-Schmidt-Allee beginnt voraussichtlich mit zwei ersten Klassen. Auch die beiden Klassen, die momentan noch im Pavillonbau an der Clarita-Bernhard-Straße in Freiham-Süd untergebracht sind, eine zukünftig zweite und eine vierte Klasse, sollen nach derzeitiger Planung gemeinsam mit ihrer Lehrkraft in den Neubau umziehen.

Am neuen Schulstandort stehen den Schülern eine Mensa und Raumressourcen für eine Nachmittagsbetreuung zur Verfügung. Bislang ist allerdings unklar, wie diese Nachmittagsbetreuung von September an gestaltet wird. An der Clarita-Bernhard-Straße, der Vorläuferschule der neuen Grundschule auf dem Campus, besuchen einige Kinder momentan eine Mittagsbetreuung - doch bei diesem Angebot besteht kein Anspruch auf eine kostenfreie Beförderung der Schüler. Diskutiert wird deshalb auch die Umwandlung der Mittagsbetreuung in ein offenes Ganztagsangebot. Die Entscheidung dazu liegt aber im Ermessen der künftigen Schulleitung. Ein Ganztageszug wäre eine schulische Veranstaltung - und damit sollten die Beförderungskosten übernommen werden.

"Das Kreisverwaltungsreferat prüft derzeit in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Polizeipräsidium, ob und wenn ja für welche Kinder eine Gefährlichkeit des Schulweges zur neuen Grundschule Helmut-Schmidt-Allee besteht", sagt die Sprecherin des Bildungsreferats, Ursula Oberhuber. Der Schulweg für Grundschüler muss länger als zwei Kilometer oder besonders beschwerlich oder gefährlich sein - erst dann besteht eine Beförderungspflicht. Der Schulweg der Kinder aus dem Sprengel der Limesschule zum Pavillon an der Clarita-Bernhard-Straße wurde als besonders gefährlich eingestuft. Deshalb fährt hier aktuell der Schulbus. Der Standort Clarita-Bernhard-Straße selbst soll vom kommenden Schuljahr an als Kindertagesstätte genutzt werden.

Die neuen Schulsprengel sind wie bisher verbindlich. Die Grundschule wechseln dürfen lediglich Kinder, die an einer anderen Schule im Verbund eine Nachmittagsbetreuung besuchen oder deren Geschwister bereits an einer anderen Schule unterrichtet werden. Ausnahmen werden auch gemacht, wenn einzelne Klassen an einer Schule nicht mehr aufnahmefähig sind. Überzählige Kinder dürfen in diesem Fall an eine Nachbarschule im Verbund wechseln. Einer Zuweisung durch das Staatliche Schulamt bedarf es dabei aber nicht mehr. Es genügt, wenn sich die beiden betroffenen Schulleiter einigen.

Die Rektorin der Limesschule, Sigrun Felkner, wird die von der Sprengeländerung betroffenen Familien informieren und die Schuleinschreibung für die neue Grundschule übernehmen. Einschreibetermin ist Mittwoch, 3. April, von 14 bis 19 Uhr.