bedeckt München

Aubing:Blitzer am Straßenrand

In Baden-Württemberg, im Bild Biberach, sind fest installierte Blitzer gang und gäbe.

(Foto: Mauritius images/imageBROKER)

Fest installierte Radarsäulen in Tempo-30-Zonen gefordert

Von Ellen Draxel, Aubing

Wer in München in einer Tempo-30-Zone geblitzt wird, ist in eine mobile Radarfalle gerauscht. Fest installierte Blitzer, wie sie etwa in Baden-Württemberg schon an Ortseingängen vielerorts Usus sind, finden sich in der bayerischen Metropole bisher nur am Mittleren Ring oder an Unfallschwerpunkten wie der Dachauer Straße. Geht es nach dem Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied, soll sich das ändern. Die Lokalpolitiker wünschen sich für ihren Stadtbezirk "feste Radarsäulen zur Überwachung der Geschwindigkeit in Tempo-30-Zonen". Aus ihrer Sicht ließen sich damit nach der Erstinvestition "erhebliche Kosten einsparen", insbesondere beim Personal.

Prinzipiell möglich ist das Aufstellen solch fest an einem Ort verankerter Messgeräte inzwischen durchaus. Was zuvor ein Privileg des Freistaats war, ist seit Mai auch Kommunen erlaubt: Sie dürfen nun ebenfalls stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen aufstellen. Bayern will damit verstärkt gegen Temposünder vorgehen. Städte und Gemeinden müssen sich allerdings mit der Polizei abstimmen und dürfen die Geräte nur an Unfallbrenn- und -gefahrenpunkten positionieren.

Und wie geht München mit dieser neuen Befugnis um? "Die Landeshauptstadt hat hierzu noch keine abschließende Meinung", sagt der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR), Johannes Mayer. Es gelte, "gut zu überlegen, wann und wo solche stationären Anlagen fest verbaut" werden. Nach Einschätzung der Verkehrsbehörde seien "oft auch gezielt punktuelle und zeitlich eingegrenzte Lösungen sinnvoll", weshalb "ein möglicher Einsatz von semi-stationären Überwachungsanlagen, zum Beispiel auf Anhängern" erwogen werde. Im KVR will man "dazu ein Konzept erstellen und es dem Stadtrat vorlegen".

Diese teilstationären Blitzer, von denen Mayer spricht, verstecken sich gerne in grauen, klobigen Anhängern, die am Straßenrand abgestellt werden. Sie können bis zu fünf Tage am Stück blitzen und erfassen mit Lasermesstechnik die Geschwindigkeit. Aubings Stadtteilvertreter hoffen nun, dass sie von der Verwaltung nicht wieder dieselbe negative Antwort wie vor einigen Jahren erhalten, als sie eine Radarsäule für die Aubing-Ost-Straße gefordert hatten. Nach dem Motto des Antragstellers Thomas Hampel (SPD): "Steter Tropfen ölt den Stein."

© SZ vom 10.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema